Fragen über Fragen

LittleB stellt Fragen und weil ich mich mal mit etwas beschäftigen möchte, das nicht so problembeladen ist, beantworte ich sie mal. Außerdem ist Content immer gut und Fragen auch.

  • Was ist in Deiner Hausapotheke?
    Schmerzmittel.
    In allen Varianten. Von Ibuprofen über Novalgin bis zu Triptanen. Ich bin Migränikerin. Nahrungsergänzungsmittel, wie Vitamin B-Komplex, Vitamin D, Magnesium, Zink, etc. Pflaster. Ich neige zu Blasenbildung. Alles, was Magen und Darm begehren könnten (von Iberogast bis Imodium, von Perlenderol bis Smogas). Nasenspray in allen Ausprägungen. Ich leide oft unter Sinusitis, wenn ich erkältet bin. Diverse Cremes und Tinkturen bei Hautgedöns. Lokalantibiotikum, Cortisonsalbe, Azelainsäure, Antiallergikum, Aknetherapeutika, Fettsalben u.v.m.
    EDIT: Nachdem ich über die Hausapotheke nachgedacht habe, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und sie mal aussortiert. Nicht mehr im Medizinschrank sind jetzt diverse alte Medikamente, die abgelaufen waren oder nicht mehr gebraucht wurden. Dafür sind mir noch aufgefallen: Diverse Mittel bei Erkältungen (Tonsipret, Sinupret, Inhalationszeuch), Elektrolyte, Wärmesalben und Muskelrelaxans sowie meine Schwindelmedikamente (Betavert und Otalgon), die ich total verdrängt habe…
  • Was darf in Deinem Haushalt nicht fehlen?
    Essen. Und Kaffee. Und Essen.
  • Hast du einen Lebensplan?
    Einen was? Entschuldigung, ich lache immer noch. Lebenspläne sind was für Leute, die Angst vor dem Leben an sich haben. Wer sein Leben in geordneten Bahnen haben möchte, hat Angst, zu versagen. Wer Lebenspläne schmiedet ignoriert den Humor des Lebens: es kommt immer anders und der Plan lügt. Außerdem nimmt man sich so viel Raum zum Entdecken.
  • Berge oder Meer?
    Am liebsten beides in einem Urlaub. Aber die Orte, wo das geht, sind begrenzt. Wenn ich die Wahl hätte, dann Meer. Oder Berge. Oder Meer? Mmh. Meer. Nee, Berge. Ach, scheiße.
  • Welche Sprachen sprichst Du?
    Deutsch und Englisch. Ich bin kein Sprachgenie. Eigentlich bin ich zu faul zum Vokabeln lernen und will immer zu viel. Ich möchte mich nicht nur verständigen können, ich möchte eine Sprache beherrschen. Und dafür bin ich zu faul… Die übrigens Sprachkenntnisse wurden mir in der Schule durch Latein als erster Fremdsprache und der Möglichkeit, keine dritte Fremdsprache nehmen zu müssen, schon früh zu madig gemacht. Ich verstehe jedoch einiges in anderen Sprachen. Ok, hauptsächlich das geschriebene kann ich mir häufig zusammenklauben. Italienisch, Niederländisch und Co.
  • Wann warst Du das letzte Mal unvernünftig?
    Gerade. Ich habe mir ein Paar neue Laufschuhe gekauft. Ach, eigentlich war das sogar sehr vernünftig, denn immerhin möchte ich mehr unterwegs sein zu Fuß und meine anderen Sportschuhe sind eigentlich nicht für den Asphalt gedacht. Aber so richtig unvernünftig? Ich fürchte, das ist lang her und das macht mir jetzt wirklich Gedanken…
  • Rauchst Du? Warum? Warum nicht (mehr)?
    Nicht mehr. Nachdem ich ca. 15 Jahre geraucht habe und irgendwann ein Pensum von fast zwei Schachteln pro Tag hatte, habe ich aufgehört. Weil ich es leid war, mich von dieser Sucht beherrschen zu lassen. Und nichts anderes macht diese Sucht, denn man organisiert seinen Tag drumherum: Raucherpausen müssen eingehalten werden (zum Kaffee, nach dem Essen, bei der langen Autofahrt) und lange Aktivitäten ohne Rauchmöglichkeiten werden vermieden (Langstreckenflüge, Kinobesuche mit Überlänge, etc.). Tatsächlich waren Dinge wie Kosten nie ein Thema. Aber je älter ich wurde, desto mehr kamen die Gedanken um die Gesundheit hinzu: der Husten klang nicht mehr ab, das Schnaufen beim Treppensteigen war schon heftig, ich nahm die Pille (yeah, Risikomaximierung). Und was mich immer gestört hat war der Geruch in den Haaren. Nichts ist so ekelig, wie kalter Rauch in Klamotten und Haaren. Oder das Küssen eines Rauchers. Örgs.
  • Magst Du Kreuzworträtsel?
    Ich war da mal echt gut drin. Diese standadisierten Dinger sind aber auf Dauer zu langweilig. Dann lieber die „um die Ecke gedacht“ oder „Kreuzweise“.
  • Reist Du lieber mit dem Zug, Auto oder Flugzeug?
    Auto. Ich mag es, zeitlich flexibel zu sein und so viel Gepäck und Zeuchs mitnehmen zu können (hin oder zurück), wie ich möchte. Außerdem bin ich gern allein. Ich mag es, wenn ich meine Ruhe habe. Besonders unterwegs. Anhalten, wann ich will und wo ich will. Abstecher machen.
  • Hast Du Angst vor Krieg in/ mit Europa in absehbarer Zeit?
    Nein. Angst habe ich keine davor. Ich denke sogar, dass er kommen wird. Und ich versuche alles zu tun, damit es vielleicht nicht so ist oder nicht so schlimm wird. Jedoch sehe ich Europa auch etwas weiter gefasst, wenn es um Krieg geht, z.B. die Ukraine. Wir sind in so vielen Kriegen indirekt oder direkt beteiligt durch Einflussnahme, dass es Augenwischerei ist, zu glauben, dass die Kriegsschauplätze dieser Welt immer vor uns haltmachen werden. Außerdem bin ich der Meinung, dass Angst ein ganz schlechter Ratgeber ist im Leben.
  • Austern, Champus, Kaviar, Trüffel etc. – nice to have oder komplett überbewertet?
    Absolut überbewertet. Ich hasse das Mundgefühl, das Austern machen. Widerlich. Champagner kann man trinken. Man kann aber auch einfach Cremant nehmen. Kaviar ist ekelig und rutscht im Mund von links nach rechts. Trüffel ist albern. Ich mag nicht mal den Geschmack sonderlich gern. Die meisten Menschen essen die Sachen nicht, weil sie sie mögen, sondern weil sie sich einbilden, sie mögen zu müssen, weil sie teuer sind.

Distanz

Manchmal muss man sich klar machen, dass es nicht das eigene Problem ist. Auch, wenn man mit dem, was der andere macht, nicht einverstanden ist. Oder von außen die Konsequenzen sieht, der andere aber nicht daraus lernt.

Dieses „Distanz wahren“ ist das, was mich innerlich zerreißt.

 

Puh.

Niemanden kennt man so ganz. Die meisten gar nicht. Die wenigstens sehr gut. Wenn man aber merkt, dass man letzteres dachte, aber zweites zutrifft, dann kommt nicht nur große Wut, sondern auch der Selbstzweifel an der eigenen Menschenkenntnis.

Wie just a thought schreibt, findet vieles davon in der digitalen Welt statt. Online fehlen jedoch Betonungen und spontane Wortauswahlen, Gesten und Mimik, das, was das Gesagte wahr werden oder anzweifeln lässt.

Es fehlt das Menschliche hinter den Worten.

Bei unseren Onlineaccounts haben wir mehr Einfluss auf das, was das Gegenüber sehen soll und darf, als im direkten Kontakt. Es lügt sich nicht so leicht, wenn man sich gegenüber steht. Jedenfalls nicht auf Dauer.

Diese Selbstzweifel, wenn man merkt, dass es doch so war und die Zweifel an jedem einzelnen Wort, das ausgetauscht wurde, stechen. Und man muss einen Weg für sich finden, wie man damit umgeht. Zweifeln an allem, was gesagt wird? Nur noch im direkten Kontakt kommunizieren? Wobei, können wir nicht kommunizieren? Wäre die Konsequenz daraus, sich aus der Onlinewelt zu verabschieden, wenn man ihr nicht mehr traut?

Oder muss man mit der nötigen Vorsicht herangehen, auch wenn viele sagen, dass diese Form der Kommunikation „die neue“ ist, diejenige, die unserem Leben gerecht wird, in dem man in alle Richtungen verstreut lebt, in verschiedenen Zeitzonen oder unterschiedlichen Lebensmodellen, die eine direkte Kommunikation erschweren?

Ich bin mir nicht sicher. Ich zweifle aber auch nicht aktiv. Ich versuche das geschriebene Wort (auf Social-Media-Kanälen oder in Blogs) nicht nur auf meine Weise zu interpretieren, weil es doch dadurch viel Missverständnisse gibt. Nuancen fehlen.

Besonders in letzter Zeit hatte ich das ein oder andere Erlebnis, bei dem mich das Geschriebene des Anderen getroffen hat oder ich es auf meine Art interpretiert habe, ohne dass es vielleicht mit mir direkt zu tun hatte. Worte können missverständlich sein und man kann vieles auf sich beziehen, was gar nicht an einen adressiert war.

Ich versuche die Hochglanzbilder von einigen bei Instagram mit dem nötigen Abstand zu sehen und die Mechanismen dahinter, was jemand zeigt, nicht zeigen möchte oder bewusst zufällig zeigt, nicht zu bewerten. Oder mir immer wieder klarzumachen, dass das geschriebene Wort und das gepostete Bild von vielen mit anderem Background nicht verstanden werden kann ohne ausführliche Erklärungen und Kenntnis meines Lebens oder des Lebens meines Gegenübers.

Was bleibt ist die Unsicherheit, dass jemand mit mir kommuniziert, der  instrumentalisiert. Manipuliert. Belügt. Es nicht ehrlich meint. Verheimlicht. Dass man benutzt wird für fremde Zwecke. Für die Zwecke des anderen, ohne es zu merken, weil man vielleicht ein völlig falsches Bild hat vom Gegenüber aufgrund der eigenen Erfahrung oder Einschätzung. In der Onlinewelt vielleicht noch mehr, als im direkten Kontakt.

Auch ich habe manche Dinge jetzt nochmal gelesen und zweifle an der von mir interpretierten Bedeutung einiger Dialoge. Lese Subebenen hinein und weiß doch nicht, ob ich nicht jetzt fehlinterpretiere.

Just a thought hat recht, wenn sie schreibt, dass wir uns Grundlagen schaffen müssen, auf deren Basis wir lernen so zu kommunizieren, wie wir es am besten können. Und verstehen.

Kleine Anekdote dazu zu Just a thought und mir:

Niemand, niemand, niemand und erst recht nicht wir, hätten wohl vor vielen Jahren gedacht, dass wir uns in die Arme nehmen, wenn wir uns das erste Mal sehen. Dass wir auf  einem Sofa sitzen und über Verluste und Gummibänder sprechen, dass wir uns austauschen auf vielen Ebenen und für mich ist sie eine große Bereicherung, die ich nur durch dieses Onlineleben kennenlernen durfte und mich über jedes reale Treffen genauso freue, wie über WA-Nachrichten, Instagram- oder Blogposts ;)

Weil wir ein Bild von der anderen hatten, das irgendwie anders war.

 

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Der gestrige Tag war einer der denkwürdigsten, die ich je erlebt habe. Morgens aufstehen und erfahren, dass jemand vermisst wird. Nein, eigentlich wissen, dass er bereits weg ist und den Kampf gegen seine dunkle Wolke verloren hat. Telefonieren mit Menschen, die ihm nahe standen und den ganzen Vormittag bei Twitter verfolgen, wie die Suche verläuft und wie viel Anteil die Menschen nehmen, war das einzige, was ich tun konnte.
Dazwischen Traurigkeit und Kopfschütteln.
2015 hat er mir geschrieben: „Aufgeben liegt mir auch fern, dafür hänge ich viel zu sehr am Leben.“ Eineinhalb Jahre später war es zu viel für ihn. Seine Abschiedsworte treffen ins Herz und wirken doch so gedanklich abgeklärt, dass sie in mir den Eindruck hinterlassen, dass er sie schon seit langem formuliert hat. Der Gedanke schien ihm nicht neu.
Für ihn scheint ein großes Thema die Selbstliebe gewesen zu sein. Die er wohl nicht empfand. Und damit einhergehende die Frage danach, ob ein – ob sein – Leben etwas wert sei, wenn er es nicht lieben würde. Wenn man sich selbst nicht lieben würde. Wenn man ein wunderbares, erfolgreiches Leben führt, aber das Gefühl hat, dass man es nicht verdient.
Dabei hat man selten jemanden erlebt, der es mehr verdient hätte. Er war ein Onlineaktivist, der das Netz besser gemacht hat. Er hat dazu aufgerufen, dass wir das Netz zu einem guten Ort machen können. Er war einer von denen, die das Netz dafür genutzt haben, um Menschen Gutes zu tun.
Das Netz wird kein schlechter Ort, weil er nicht mehr da ist. Aber es wird kein guter Ort, wenn wir es nicht dazu machen.

Immer mal was Neues.

Wenn es auf der einen Seite gut läuft, kommt von einer anderen Seite ein neues Problem. Wie immer.

Ich könnte mittlerweile ein Buch damit füllen, wie wir vom Leben gef*** wurden in den vergangenen zehn Jahren. Mal schlimmer, mal weniger schlimm.

Jetzt, nun, ist es eigentlich weniger schlimm, aber sehr nervig: wir haben kein Warmwasser.

Am Samstag erroch unser Hausschnüffler* einen komischen Geruch im Keller. Der Hausfachmann** konnte die Vermutung mit technischem Gerät bestätigten und informierte sofort die Stadtwerke, die auch sofort kamen und sofort – tadaa – die Gasleitung stilllegten. Weil es nicht nur ein Leck gab, sondern mehrere. Und Mängel. Diverse Mängel.

Leider haben im Sommer die meisten Firmen keinen Notdienst, so dass die Heizungstechnik erst heute, Montag, Bescheid weiß. Die Stadtwerke waren auch schon wieder da, weil – doppeltadaaaa – auch noch die Zuleitung zum Haus leck ist und neu gemacht werden muss. Leider sind alle wieder unverrichteter Dinge abgezogen, weil

  1. ein Auto auf der Straße steht, dort wo die Straße von den Stadtwerken aufgemacht werden muss
  2. die Heizungsfirma noch nicht da war
  3. die Vermietungsgesellschaft nicht erreichbar ist, bzw. die entsprechenden Personen scheinbar keine Lust haben, erreichbar zu sein

Jetzt warten wir, was weiter passiert und stellen uns auf eine Woche kaltes Duschen ein. Die ersten zwei Tage haben wir ja schon geschafft… Und es tut weh. Sehr weh.

Zum Glück soll es heiß werden. 27 Grad und aufwärts. Das Ganze im Winter wäre jetzt wirklich schlimm.

 

*Nachbarin mit sensibler Nase
** Nachbar mit Heizungstechnikerhintergrund

Ich habe nichts gegen …

… dieses und jenes, aber…

Bei mir schwillt bei diesen Worten der Kamm, weil er für mich eine vorausschiebende Verharmlosung dessen ist, was derjenige dann doch „gegen dieses und jenes“ hat.

„Ich habe nichts gegen rote Autos, aber…“
„Ich habe nichts gegen Ausländer, aber…“
„Ich habe nichts gegen Dich, aber…“

Man hat also doch etwas dagegen. Man hat nicht „nichts“ dagegen, sondern „etwas“. Allein sprachlich eine absolut überflüssige Wortwahl. Rein inhaltlich darüber hinaus immer die Einleitung, um etwas gegen etwas oder jemanden zu schreiben oder zu sagen, sich aber der Verantwortung zu entziehen, es könnte gegen einen verwendet werden.

Man relativiert seine eigene Meinung. Schon bevor man sie überhaupt kundtut. Die Aussage hebt sich selbst auf, denn man sagt am Ende doch etwas dagegen.

Folgt im Anschluss ein Pamphlet mit einer Pauschalisierung, klinke ich mich mittlerweile aus. Kritikfähigkeit ist hier oft nicht zuhause.

 

 

 

 

Good times <3

Und während ich Auftrag nach Auftrag bearbeite, kommt eine Freelancerbuchung rein und ein Verlag schreibt mir, dass sie meine Mitarbeit in der Medienproduktion nur noch mit der Geschäftsleitung besprechen müssten.

Good times.

Doppelmoralsauergetränkt

Jeder lebt nach gewissen Moralvorstellungen. Nach dem, was ihm sein Gewissen zulässt und was nicht, welche Grundsätze er hat und welche Prinzipien ihm wichtig sind.

Manchmal übertritt man diese Moralgrenzen. Vielleicht, weil es die Situation erforderlich gemacht hat, man keine Alternative zu haben glaubt oder es Spaß macht. Soll es alles geben. Normalerweise sitzt dann das Gewissen da und flüstert, dass das aber nicht so gut war und man weiß es auch.

Gehört man nun zu einer Art Mensch, die die eigene Lebensart als für Alle erstrebenswert erachtet (zu recht oder nicht) und dies auch anhand von Beispielen kundtut, sollte man sich nicht wundern, wenn man im Falle einer offenen Moralgrenzenüberquerung dafür auch mal Kritik einstecken muss.

Wenn der Qualitätsfleisch-Käufer auf Massentierhaltungsprodukte zurückgreift, der Fair-Trade-Kaffeekäufer zum Supermarktbilligkaffee greift oder der Umweltaktivist Plastik-Einweg-Geschirr benutzt.

Besonders dann, wenn vorher die Kritik an der Lebensart anderer besonders laut war oder auf die Folgen des Handelns und Konsumierens hingewiesen wurde.

Je lauter das Engagement, je höher die Meinung zur eigenen Lebensart, je zahlreicher die Belehrungen und Hinweise, desto amüsanter ist es, die kleinen Moralgrenzübertritte zu beobachten. Noch interessanter ist die Reaktion.

Es gibt zwei davon: während die erste ein zerknirschtes Zustimmen zum eigenen Übertritt ist, ist die zweite Relativierung. Während im ersten Fall meist ein „ja, war doof“ oder ein „ich ärgere mich selbst“-Verhalten oder ähnliches kommt, kommt im zweiten Fall ein „es ging nicht anders“ oder ein „so schlimm ist das auch nicht, wenn man ein Mal…“ Gern gefolgt von Zorn auf denjenigen, der auf den Fehltritt hinweist.

Was sagt das aus?

Eigentlich erstmal nur, dass Moralvorstellungen nicht starr sind. Dass vieles situationsabhängig ist und sich meist nur derjenige dann selbst im Weg steht, der seine Prinzipien vorher als unantastbar propagiert hat.

Und vielleicht lernt der ein oder andere daraus, dass niemand sich mit seinen Einstellungen moralisch über andere stellen sollte. Denn es könnte sein, dass er sie selbst ein Mal über Bord werfen muss, relativiert oder sogar als falsch erkennt.

Und dass man sich selbst und die eigenen Ansichten nicht zu ernst nehmen sollte.

Wenn man also als veganer Umweltaktivist mit dem Flugzeug nach Namibia fliegt, dort zwei Wochen all-inclusive-Ulaub mit Jeepsafari macht und auf dem Flug zurück herzhaft in ein Geflügelfarm-Hähnchen-Sandwich beißt, um sich danach wieder zuhause verärgert über die Ökobilanz eines Unternehmens aufzuregen oder über die Meeresverschmutzung, dann sollte man sich doch überlegen, ob die erste Reaktion nicht die beste wäre…

Hach, ja.