Miezekatze

Bei uns zuhause gab es immer Katzen. Wenn ich die Wahl zwischen Katze und Hund hätte, fiele meine Wahl auf die Samtpfote. Nicht, weil ich Hunde nicht mag. Sondern weil ich die typische Eigenart von Katzen schätze: sie machen, was sie wollen.

Leider sind wohl unsere vier Wände nicht katzentauglich – jedenfalls dann nicht, wenn man diversen Tierheimseiten glaubt. Denn dort suchen zwar viele Wohnungskatzen ein Zuhause, aber bittesehr mit Balkon.

Auf meine Frage im Tierheim, warum denn die Wohnungskatze umbedingt einen Balkon braucht, um vermittelt zu werden, bekam ich die Antwort, dass die Katzen das nun mal sehr mögen würden, wenn sie „draußen Luft schnuppern und an der frischen Luft in der Sonne liegen können“.

Ja, geht mir auch so. Ich hätte auch gern einen Balkon. Ich hätte aber auch gern einen Garten. Und ein neues Auto. Und einen Lottogewinn. Außerdem eine 6-Zimmer-Wohnung mit einer Küche nicht unter 50 qm. Ich hätte auch gerne ein 3×3 Meter großes Bett und ein Ankleidezimmer. Dann noch eine Traumdusche, bitte.

Hab ich aber nicht. Bekomm ich wohl auch nicht.

Ich sitze hier und überlege, ob die Miezekatzen im Tierheim so viel glücklicher sind, als eine Katze bei mir wäre. Nee, wahrscheinlich nicht. Ich hab ja keinen Balkon. Nur Zeit und Liebe.

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32 Gedanken zu “Miezekatze

  1. Das mag ich auch an Katzen, dass sie tun was sie wollen :-)

    Und deshalb hole ich mir auch in ein paar Wochen ein Katerchen, in der Hoffnung, dass er dann die Amseln von meinen Beeten verscheuchen will :-P .

    Soll ich dir ein Kätzchen mit organisieren?
    Muss ja nicht Tierheim sein….

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  2. irgendwo wartet es:
    schon älter, leicht bewegungsfaul, Stubenhocker, schläft 20 Std. am Tag, weiß gutes Essen und ruhiges Leben zu schätzen und wirft sich quer über deinen Schreibtisch, wenn er meint, dass du zuviel arbeitest. Und wenn du in die Augen schaust fühlt es sich an, als ob es alles versteht.

    So ein Exemplar such ich auch!
    (Frische Luft gibt’s auch am Fenster…)

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  3. Es gibt keine zwei Katzen, die völlig gleich sind. Natürlich gibt es auch im Tierheim Wohnungskatzen, die noch nie draußen waren, die überhaupt nichts vermissen, wenn sie ausschließlich drinnen gehalten werden. Einer ganz jungen Katze würde ich sowas allerdings nicht antun.

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    1. Es spricht ansich nix dagegen wenn Samtpfote als reine Wohnungskatze gehalten wird, sofern sie vorher nichts anderes kannte. Denn wenn, wird’s nahezu unmöglich.
      Der Idealfall wären dann allerdings zwei. Nicht unbedingt bei einer Katze, die schon 8 Jahre „Alleinsein“ kennt, aber auf jeden Fall, wenn Katzenwelpen genommen werden.

      Liebs Grüssle

      Sparky

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      1. Aber auch Wohnungskatzen waren mal klein und hatten keinen Auslauf…

        Generell bin ich auch eher dafür, dass Katzen Freigänger sind. Unsere waren es immer. Aber die Umgebung ließ das auch problemlos zu: Gärten, Wiesen, Wald, Felder. Hier sieht es schon anders aus: eine vielbefahrene Straße direkt vor der Tür. Da möchte ich keine Katze rauslassen. Und weil das nicht geht, gibt es keine Mieze…

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        1. Hallo Wortteufelin

          Jeder war mal klein ;) klein und unschuldig. Und die meisten werden auch unter nicht optimalsten Umständen gross ;-). Auch einzeln gehaltene Katzenwelpies. Aber schöner ists dennoch (mit wenigen Ausnahmen), wenn sie einen Artgenossen als Sparingpartner haben. Als Mensch ist man, egal wieviel Zeit man hat, ein eher magerer Ersatz.

          Ich habe vor 2 Monaten zwei Maincoon-Mix-Mädels übernommen, bis dato reine Wohnungskatzen. Sie geniessen ihren Freigang sichtlich und rennen immernoch mit riesengrossen Augen jedem bewegten Blättchen/ Insektchen/schlicht allen sich bewegenden Dingchens hinterher. Süss!

          Ich versteh auch, dass je nach Wohnsituation der Freilauf unmöglich ist und dennoch der Wunsch nach einer Mietzekatze da ist.

          Und ich finde deine Einstellung toll! Manchmal zeugt es von mehr Tierliebe, wenn man auf ein solches verzichtet, als es nicht artgerecht halten zu können.

          Grüssle

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  4. So ein Quatsch.
    Wir hatten als wir unsere Katzen angeschafft haben auch keinen Balkon. Bzw schon einen Balkon, aber da durften die nicht drauf, weil Frankfurter Innenstadt und nicht gesichert.
    Aber: Du wohnst da doch in der Nähe. Versuch’s mal beim Frankfurter Katzenschutzverein. Die machen kein so Aufstand, haben nur Katzen und das massenweise, um diese Jahreszeit vermutlich noch viel mehr weil die ganzen Frühjahrskatzen ja alle irgendwo unterkommen müssen. Die Dame da war leicht merkwürdig, wir haben aber die perfekte Katze gefunden und die wohnt immer noch bei uns – mittlerweile mit Garten und Auslauf und nicht mehr in Frankfurt -und ist glücklich.

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    1. Ja, die Dame im Tierheim sagte uns noch, der Balkon müsse gesichert sein. Sonst ginge das auch nicht. Denen scheint es lieber zu sein, vier bis fünf Katzen im Käfig einzusperren mit ein Mal die Woche Auslauf im Gehege, als einer Katze ein liebevolles Zuhause zu ermöglichen.

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  5. Also wir haben auch keinen Balkon. Sie liegt dann am offenen Fenster. Unsere Katze dürfte übrigens Freigang haben, wehrt sich aber mit allen Mitteln. Eine freiwillige Wohnungskatze. Hätte nicht gedacht das es das gibt. Sie ist glücklich :-).

    Bei uns gibt es noch eine private Katzenhilfe, die froh sind die Tiere in gute Hände zu geben. Eventuell mal bei einem Tierarzt nachfragen, die kennen sich da auch aus und können Tips geben.

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  6. Wie wäre es denn mit einem Kater?
    Den bekommst Du ohne Probleme mit einem Discountweinchen in der 2 Liter-Gallone …

    So einen Bullshit hab ich ja schon lange nicht mehr gehört! Aber ich habe ähnliche Erfahrungen mit Tierheimen gemacht, als wir einen Hund suchten. Bei allem Verständnis für artgerechte Haltung, aber das geht zu weit. Die Folge sind vermutlich volle Käfige. Das scheint dann kein Problem für manche Tierschützer zu sein.

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    1. Oh, so einen Kater nenne ich schon seit Jahren mein Eigen – und er hat alle Eigenschaften einer Samtpfote: Oft weg. Wenn da, dann mit aller Vehemenz um Aufmerksamkeit heischend… Jaja. Vielleicht sollte ich für morgen mal einen Kater einplanen.

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  7. Wir haben auch keinen Balkon. Unsere Miezen lieben es am offenen Fenster zu sitzen und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen. Also das Tierheim in Gelnhausen hat bisher nie was dagegen gehabt wenn man keinen Balkon hat. Versuch es doch mal dort. Einige unserer Miezen sind von dort. Wenn nicht, dann halt mal auf diversen Bauernhöfen Fragen. Da gibt es zu der Jahreszeit immer genug Nachwuchs, der gerne mal in der Regentonne landet.

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    1. Die Richtung Maintal/Hochstadt/Gelnhausen habe ich noch nicht bedacht. Habe bisher immer in die andere Richtung geguckt. Gute Idee, wenn es soweit sein sollte :) (Dafür muss ich aber noch ein bisschen am Gatten kratzen..)

      Dann grüße ich doch mal über den Hühnerberg rüber!

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  8. Tierheime, bzw. deren Betreiber sind schon merkwürdig. Eine Katze kann sich selbst auf kleinsten Raum wohlfühlen, wenn jemand da ist der sich um den schnurrenden Vierbeiner kümmert und ihm genügend Zeit widmet.

    Meinen Kater hab ich damals in Wien gefunden und hochgepeppelt, damals hatte ich nicht mehr zu bieten wie ein 4m“-Abteil. Okay inzwischen ist er mit ausgeflogen und lebt nun bei uns im Haus (mit Garten), aber als wir eine Wohnung hatten (ohne Balkon) hatten wir auch immer Katzen und die sind auch ohne Balkon 18 Jahre alte geworden. ;)

    Einem Tier geht es in einem ordentlichen Zuhause definitiv besser als in einem Tierheim. Lass Dich von den Deppen nicht bequatschen. ;)

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  9. Tiggy, die Katze meiner Mama, war ihr Leben lang Stubentiger. Sie kannte von den Vorbesitzern keinen Balkon und meine Mama hatte auch keinen. Als meine Mama sie aus dem Tierheim holte, war sie „schon“ 8 Jahre alt. Die restlichen 8 Jahre hat sie garfieldmäßig mit fressen, spielen und schmusen auf 50 qm ohne Balkon verbracht und sie war eine der glücklichsten Katzen der Welt….. Komisches Tierheim…..

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    1. Unser Stubentiger lief uns mit gerademal 4 Wochenalt zu. Da wir wohl hintenraus Wald, allerdings vorne raus eine starkbefahrene Straße haben, versuchten wir es, ihn von Anfang an drin zu lassen. Und ich muß jetzt nach 5 Jahren sagen: Ich finde er ist ganz wunderbar geraten. Er schaut halt zur Haustür raus (kein Witz) und das mehrmals täglich. Ich habe immer gesagt, wenn er agressiv geworden wäre oder es andere Anzeichen gegeben hätte, wäre ich der letzte gewesen, wo Ihn nicht rausgelassen hätte. Ich hätte wohl ein ungutes Gefühl gehabt wegen der Straße, aber ich möchte schon das er glücklich ist.

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  10. das habe ich ja auch noch nie gehört das Katzen nur an Gartenbesitzer oder Balkonwohnungswohner abgegeben werden *unglaublich* wir hatten immer Katzen, mit und ohne Balkon und Garten und diese sind Glücklich und sehr alt geworden.
    Was wirklich zu beachten ist, dass wenn die Katze keinen Freigang hat das Ihr keine Katze von einem Bauernhof holt die den Freigang kennt. Einer Katze das spazieren gehen abzugewöhnen ist fast unmöglich. Katzen die aber in der Wohnung geboren sind und auch die Eltern reine Tempeltiger sind haben damit kein Problem.
    Unser alter Kater hätte raus gehen können, wollte aber nicht.
    Und wenn Balkon dann bitte Katzensicher, da stimme ich zu!
    Aber es gibt nichts schöneres wenn du nach Hause kommst und dein Samtie wartet auf dich egal ob im Garten oder auf dem Sofa.
    LG Karin

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    1. Hilfe. Du kannst hier doch nicht kommentieren und den Blog verlinken – ohne Warnzeichen! ;)

      Sind die hübsch! Und noch so klein…

      Wir hatten auch immer Katzen und zwei Mal Nachwuchs. Jedoch ein Mal drei, ein Mal vier. Bei Euch scheinen es ein paar mehr geworden zu sein ;)

      Klar ist es kein Problem, wenn sie anderes nicht gewohnt sind. Aber hier ist so wenig Platz, dass wir erstmal eine andere Wohnung haben müssten, damit alle Beteiligten sich wohlfühlen (besonders der Gatte…).

      Aber dann, dann hab ich garantiert eine oder zwei :)

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  11. Hallo! Ich hatte meine Tiger auch aus dem Tierheim (als Babys, die waren froh dass die jemand geholt hat!) und die durften dann 4 Jahre mit mir auf 53m² ohne Balkon wohnen. Und sogar ohne unbeaufsichtigtes Sitzen beim Fenster (Erdgeschoß und Hauptstrasse davor).
    Und ich bin mir absolut sicher dass es den beiden bei mir besser ergangen ist, als im Käfig mit 20 anderen! Wichtig war mir auch, dass es ein Pärchen ist, da ich ja (Rabenkatzenmutter, die ich bin) auch berufstätig bin. So hatten sie immer jemanden zum Spielen und Schmusen.

    Mittlerweile sind auch wir in einem Haus mit Garten auf dem Land gelandet, aber vermisst hatten sie das Freiheitsgefühl wohl nicht.

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  12. Tierheimleute sind schon manchmal seltsam. Im TH Siegen sind sie auf die seltsame Idee gekommen, Hunde und Katzen vegetarisch zu ernähren: „wir retten Tiere vor dem Sterben; da können wir sie nicht nachher verfüttern.“ Was haben die wohl mit Schlangen gemacht?
    Jedenfalls gabs damals ne Menge Ärger.

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