Mangomangomango

Glücksachenfrucht. Mal hat man Glück, mal nicht. Was die im Supermarkt als „faserarm“ oder „Flugmango“ verkaufen, ist meist das Geld nicht wert. Da lohnt es sich schon, mal zum Fachhandel zu fahren und lieber viel seltener diese köstliche Frucht zu kaufen. Sollte man ja sowieso. Wenn man mal umweltbewusst denken würde… Aber das ist wohl wieder eins dieser anderen Themen, die man dann eh vergisst.

Mein erstes Erlebnis mit Mango war, als ich getrocknete Mangostreifen aus dem Fairtradeladen probierte. So süß, dass mir schlecht wurde. Mango gehörte für mich seitdem ebenso ins Reich der Erwachsenen, wie kandierter Ingwer.

Kennt einer von Euch kandierten Ingwer? Meine Mutter hatte so ein Porzellandöschen, in dem kandierter Ingwer war. Als Kind probiert man ja gern aus und geht eher neugierig als befangen an Lebensmittel heran, die man nicht kennt. Die Ausnahme sind natürlich Kinder, die von Anfang an von ihren mäkeligen Müttern geprägt wurden und eingeredet bekommen, was sie alles nicht mögen oder vertragen oder was nicht gut sei. Oder bei denen es zuhause wenig Neues gibt, die an anderes, als das gewohnte, mit Vorbehalten und Ablehnung herangeführt werden.

Für diese Familien ist das Auswärtsessen beim Glutamatchinesen dann aber auch das höchste der Experimentierfreude und sie können dann wenigstens sagen, sie würden schon „was mit exotischen Gewürzen mögen“. Ihr wisst, von welchen Menschen ich schreibe? Ja, gut. Dann können wir ja weitermachen mit dem Ingwer.

Ich ging also regelmäßig an diese Ingwerdose und mopste mir eins dieser Würfelchen. An diesem Würfelchen knabberte ich ungefähr eine Stunde rum, weil es mich auf der einen Seite faszinierte, auf der anderen Seite schüttelte von dem Geschmack. Ich war mir nicht sicher, ob ich das nun mag oder nicht.

Gleiches war übrigens mit Kapern. Kapern im Kühlschrank gab es fast immer. Ich konnte nicht anders und habe mir immer und immer wieder eine Kaper aus dem Glas geholt und versucht sie zu essen. Dieser Geschmack der Kaper mit dem Salz drumherum war eine Gradwanderung. Ich konnte nicht aufhören damit, mochte es aber auch nicht wirklich.

Ach, was wollte ich eigentlich schreiben? Genau: Mango.

Mangos entdeckte ich dann wieder in meiner Jugend, als diese Frucht zum Alltag in den Supermärkten wurde. Sie kam in den Obstsalat, sie wurde als Nachtisch verarbeitet. Aber sobald sie in normalen Hauptgerichten verarbeitet wurde, zu salzigem, hat es mich geschüttelt. Süß-herzhafte Speisen haben mir jahrelang ein Würgen verursacht. Ein anständiges Curry mit Obst drin war für mich nicht genießbar. Der kandierte Ingwer-Effekt.

Aber da ich als Kind gelernt habe, dass man immer ausprobieren muss und sich Geschmäcker ändern, kam ich irgendwann auch hier auf den Geschmack. Ok, süße Nudeln sind immer noch nichts für mich. Da hab ich Probleme. Ein Gericht meiner Kindheit waren Nudeln mit Apfel oder Apfelmus. Nichts für mich. Oder Milchreis mit Zucker und Zimt. Überhaupt Milchreis! Grausam. Aber das wäre wieder eine andere Geschichte, die ich mal aufschreiben muss. Damals, beim Schüleraustausch in Dänemark.

Zurück zur Mango, die scheinbar nicht in diesen Artikel will und daher jetzt einfach gezwungen wird.

Das Rezept kommt von den Küchengöttern und schmeckt wirklich fantastisch. Diese Säure von den Limetten ist der Hammer.

Bei und gab es noch ein paar Abweichungen zum Originalrezept. Daher hier nochmal aufgeschrieben.

Reismischung (bitte mit Wildreis) kochen – mit zwei Chilischoten im Kochwasser. Nur ein wenig einritzen und dazu geben. Das reicht bei anständigen Chilis schon zum Schärfen. Wie gesagt: nichts für Schärfeempfindliche.

Hähnchen mit Curry würzen und bei ganz, ganz, ganz wenig Hitze ganz langsam in der Pfanne braten. Braten ist eigentlich fast der falsche Ausdruck, weil es nur leicht vor sich hinschmurgelt. Pro Seite waren das bestimmt 7–8 Minuten. Danach noch in Folie einwickeln und ruhen lassen.

Limettenschale abreiben, Limette auspressen und den Saft mit einem EL Honig zusammen rühren.

Mango kleinmachen und mit der Limettenschale unter den fertig gekochten und abgetropften Reis mischen.

Hähnchen dazu. Alles mit der Limettensaft-Honig-Mischung beträufeln und servieren.

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6 Gedanken zu “Mangomangomango

  1. Ach ja, Mangos…die sind echt Glückssache. Ich bin da leider auch sehrsehrsehr verwöhnt: als Kind habe ich ein Jahr in Indien gelebt, da war ich sechs, und da fielen uns die reifen Mangos wortwörtlich vom Baum in den Mund. Diesen Geschmack konnte noch keine hier gekaufte Mango je wieder erreichen.
    Und dieser kandierte Ingwer…also ich mag Ingwer. Als Gewürz, im Tee, den eingelegten zum Sushi. Aber den kandierten Ingwer, so pur, iiih, nee. Trotzdem kaufe ich jedes Jahr ein Päckchen, denn in allerkleinste Würfelchen zerhäckselt und in meine Ingwerkekse verbacken ist er wieder echt köstlich!

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  2. Klingt ja sehr lecker…;-)
    Mir fällt bloss auf das kleine Kinder eher expreimentieren udn dann vielles mögen( Saskia als 1-2 jährige) als es grössere tun (zumindest meine Tochter….)
    ich bin ja der Meinung,das es daran liegt,das die Kinder die mäkeln
    1. keinen richtigen Hunger haben
    2.so mit zuviel vor den richtigen Mahlzeiten naschen….
    3 .(schlechte) Gewohnheiten annehmen
    Und die hatten sie als Kleinkinder noch nicht.
    Was habe ich mich geärgert,als Saskia von der Kinderkrippe heimkam und plötzlich Geschmack an Bonbons hatte,weil die dort zuliessen,das Geburtstagskinder ganze Tütchen voll dieser zuckerklebezeugs heimzubringen…
    genauso Erwachsene Bekannte: Wenn Du Dir Gummibärchen und schokoladenberge nicht erwünscht,halten die (m)Dich für bekloppt und tun so,als würde mein Kind bei mir nie niemlas etwas süsses bekommen…..Und dann gibts schnell eine ganze Partytüte wo es 75 Gramm Haribo getan hätten eine kleine Freude zu machen!
    Was soll ein einziges Kind mit einer ganzen Partytüte?

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  3. Ich mag Ingwer zum Naschen überhaupt nicht, aber (in Maßen) am Essen passt er mir gut. Letztens sah ich, dass Mineralwasser eine interessante Note davon bekommen soll. Habe es noch nicht ausprobiert.

    Probiert habe ich aber dieses Rezept. Und das war köstlich! Ich würde die Mangomenge ein wenig reduzieren, dafür reichte bei mir die Schärfe aus den Chilis nicht. Ein paar Tropfen grüne Hot Pepper Sauce erreichten das gewünschte Ergebnis. Jedenfalls war das ein gelungenes Mahl. Thanks for the tip! :-)

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