Kuchenzeit

Draußen ist es ungemütlich, die Wolken ziehen schneller vorbei, als das Konto leer ist am Monatsanfang und ein Wind fegt um die Häuser, der dem Herbst zur Ehre gereicht. Die Zeit ist gekommen, es sich mit einer Tasse heißen Tees oder Kaffees gemütlich zu machen, ein Buch zur Hand zu nehmen – und einen Kuchen zu essen.

Pflaumen werden einem ja zur Zeit quasi hinterhergeschmissen, wobei das durchaus auch mal wörtlich zu nehmen ist, schaut man sich Qualität und Preis an. 1,49 für eine Schale Matschpflaumen, die aussehen, als hätte die Obsteinräumefettbratze (die in ihrem Leben wohl eher Grillburger statt Gemüse in sich reinstopft) sich vorab mit ihren Arschbacken darauf verewigt.

Nun denn, für Mus nicht verkehrt, für einen Kuchen vielleicht nicht ganz so passend. Zum Glück gibt es ausreichend Anbieter, die mit leckeren Früchten aufwarten und mein Herz zum jubilieren bringen. Denn glücklicherweise isst der Gatte keine Pflaumen.

Damit er nicht verhungert *hust* bekommt er also vom Blechkuchen eine Hälfte ab – mit Apfel belegt.

Ganz nach Dr. Oetker, in meinen Augen ja immer noch das klassische Backbuch für alle Lagen, geeignet für Backneulinge, die ganz nach Rezept gehen können, oder für Backversierte, die die Rezepte konsequent ändern.

500 Gramm Mehl mit Trockenhefe (1 Päckchen) mischen und zusammen mit 75 Gramm Zucker, Vanillezucker (diese übliche Pseudovanillezuckerpackungsgröße, die man durchaus auch komplett weglassen kann und gleich die 75 Gramm Zucker aus Vanillezucker – selbstgemacht – ersetzen kann), einer Prise Salz, 250 ml warmer Milch und 100 Gramm zerlassener Butter zusammenrühren.  Bitte lasst diese Margarine weg. Nehmt Butter. Euer Geschmacksnerv wird es Euch danken. Den Teig gehen lassen, dann ausrollen auf einem gefetteten Backblech.

Den Teig mit dem belegen, was man so haben möchte. Bei uns eben Pflaumen:

Und Apfel:

Bei den Pflaumen bitte die Hautseite in den Teig drücken, nicht die Fruchtseite! Sonst gibt es grässliche Matschepampe, die glibberig und bah ist. Wirklich. Die Äpfel schälen und in Scheiben/Schnitze schneiden. Wer gesteigerten Wert auf Schönheit legt, darf das auch fächerförmig machen. Mir ist das egal, kommt ja noch das wichtigste drüber: Streusel.

Vor den Streuseln aber noch ein bisschen Rohrzucker über die Fruchtlage streuen Für die Süßmäuler.

Bigi machte neulich ihren ersten Pflaumenkuchen und ließ die Streusel weg. Der Kuchen muss trotzdem ein Knüller gewesen sein, man hörte nichts gegenteiliges ;) (An dieser Stelle mal die besten Wünsche für Euren Urlaub :) Erholt Euch gut und kommt gesund wieder. Grüße an das Meer!)

Für die Streusel jedenfalls nimmt man 300 Gramm Mehl und 200  Gramm weiche Butter und mischt alles mit 150 Gramm Zucker. Und dem Mark einer Vanilleschote. So krümelig eben. Geht gut mit dem groben Rühraufsatz für Küchenmaschinen.

Die Krümel über den Kuchen geben (die Kekse haben dann Pause) und für 25–30 Minuten in den Ofen bei 180 Grad (Umluft) oder eben mehr bei Ober-Unterhitze.

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8 Gedanken zu “Kuchenzeit

  1. Pflaumenkuchen (hier Zwetschgendatschi) werde ich auch noch machen (der Baum hängt dieses Jahr voll), leider mag mein Mann ebenfalls keinen :-(
    Ich habe gestern noch Zwetschgenmuffins kreiert. Bei Interesse ist das Rezept auf meinem Blog zu finden – unten stehen schon wieder zwei Bleche, die auf die Kamera warten :-)

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  2. Männer! Meiner auch. Kriegt immer fürchterliches Sodbrennen vom Pflaumenkuchen. Bleibt mehr für Pauli und mich. Ich back ihn je nach Laune mit oder ohne Streusel. Ohne, dafür mit Zucker und Zimt bestreut, ist auch sehr lecker.
    Da ich Pflaume wie Apfel mag, würd ich bei dir von beidem kosten!! Ein bisschen beamen würde jetzt helfen. Nicht nur wegen Kuchenrezepteaustausch! Lasst es euch schmecken!

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  3. ich mochte bis vor zwei jahren keinen zwetschkenkuchen, zwetschken so schon, aber eben nicht „verbacken/verkocht“. und dann habe ich wegen der riesenzwetschkenernte doch mal so ein streuselkuchenrezept ausprobiert – und war begeistert! was ist mir in den jahren davor nur entgangen? ;)
    gestern gabs bei uns daher auch den ersten zwetschkenkuchen der saison. gsd haben wir genug zwetschkenbäume in der familie, ich hab auch schon fleißig eingefroren und mich sehr hausfraulich dabei gefühlt.

    aber dein rezept werde ich auf jeden fall auch ausprobieren, und zwar auch halb zwetschken halb äpfel, bei denen bin ich nämlich auch erst vor ein paar jahren drauf gekommen, dass die auch „verbacken“ gut schmecken.

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  4. Ich habe Blut geleckt…… der nächste (ich Fuchs habe ne Menge von den plauen Früchten eingefroren) kriegt Streusel (ich mag ja eher mit ohne Hefe, den Kuchen)….. (danke, ich grüße das Meer von Euch und trink auf jedenfalls mindestens einen Raki auf Euch oder für Euch oder warum auch immer ;) )

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  5. es scheint ein weit verbreitetes phänomen zu sein, dass ein teil des teiges mit äpfeln belegt werden muss. geht mir nämlich auch so, weil das männerkind keine zwetschgen mag. ich bestreue die früchte übrigens mit zimtzucker und mandelsplittern, bevor die streusel drauf kommen. schmeckt auch sehr lecker.

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  6. Zwetschgenkuchen – wunderbar! Hier heißen sie übrigens „Quetsche“ – und landen auch gern schon mal in der Flasche.

    Was gäb ich für Zwetschgenkuchen, mit oder ohne Streusel drauf, aber hier gibts ja wieder mal unr Äpfel, Äpfel, Äpfel… (und die Mirabellen wachsen weiter südlich. Falls nicht mein Vater auf die Schnapsidee kommt, uns einen Kasten Mirabellen aus seinem friesischen Garten mitzubringen; aber das wäre ja wie Schaumwein in die Champagne bringen!)

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