Wetter

Im Internet kursieren dumme Sprüche zuhauf über den diesjährigen Sommer. Auf Twitter wird „Die Jahreszeiten werden umbenannt in: Frühling, Scheiße, Herbst und Winter.“ seit zwei Wochen dauergefavt und retweetet und bekommt Konkurrenz von „Monate werden umbenannt Januar, Februar, März, April, April, April, April, April, April, Oktober, November, Dezember“. Irgendwann kamen dann die Dummgruppen dazu, die die Freilassung des Kachelwettermanns forderten, damit wieder besseres Wetter würde. Ja, ich finde kausale Zusammenhänge auch überflüssig.

Und während den meisten scheinbar das Wetter auf den Sippel geht, gehen mir seit Jahren die Wettermimosen auf den Geist. Im Frühling diesen Jahres ging das Gejammer los: „Es ist so waaarm, es ist so heiiiß“ und „der Frühling ist zu trocken“. Inklusive aller Begleiterscheinungen. Es wurde gemeckert, dass man so oft den Garten gießen müsste, dass die Natur so früh dran wäre und vor allem wurde gemeckert, dass die Temperaturen ja so weit oben wären. Das ging im April, Mai und Juni so. „Sommerliche Temperaturen“ allüberall. Und Wetterjammern auch. „Ich hab nichts anzuziehen, weil es schon Sommer ist, die Garderobe aber noch Frühling hat“ war das noch das harmloseste.

Ab Juli dachte sich Petrus wahrscheinlich, dass er das olle Scheißgejammer der chronischen Wetterrumkacker nicht mehr hören könne und machte Regen. Er ließ es meimeln, rapunzeln, schütten, nieseln, sturmfluten und schaute den Menschen beim Archebau zu. Ja, Geschichte wiederholt sich. Dann hat er gepisst vor Lachen über das Gemecker der Leute über den nassen Sommer – auch das bekamen wir dann ab.

Am Wetterzicken änderte sich nichts. Als ob sich mit jedem Mosern übers Wetter eine Wolke verziehen würde. So wie bei den Typen in dem Film, die auf Ziegen starren. Oder eben auf Wolken. Ich sehe schon den Clooneyschorsch beim Starren in den Comerhimmel und Wolken zerplatzen lassen. Die verfestigen sich dann übrigens direkt über den Alpen und lassen dann den Balast über Deutschland los. In Island ist wahrscheinlich der trockenste Sommer seit Jahren, weil der Regen schon über uns abgingt und die ausbrechenden Vulkane ihr übriges zum Trockenklima tun.

Schuld ist also der Schorsch in seiner Villa und ich wundere mich einfach mal nicht, warum sich seine Elisabeth aus dem Staub gemacht hat. Wer möchte schon mit sooo einem zusammen sein, der ganz Deutschland schlechtes Wetter beschert?

Und anstatt dass die Leute über den Schorsch meckern, meckern sie weiter über fehlende Sonne, Jahreszeitenchaos und Regen. Statt die Gummstiefel auszupacken, ein Floß zu bauen und im Vorgarten angeln zu gehen.

Wenn das Leben Dir Brät gibt, mach Wurst draus. Und schmeckt die Wurst nicht, mach Curryketchup drauf. Und Curry.

Lektion verstanden?

 

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8 Gedanken zu “Wetter

  1. Sehr treffend! Ich freue mich täglich über die Existenz meines Ganzkörperkondoms von Aigle und die dazu passenden Gummistiefel. Dazu noch regenfeste Kappe aufs Hirn – und ab geht’s mit den Hunden die große Runde durch die Natur. Klar ist’s bei klarem Himmel schöner, aber auch das Regenwetter hat was. Wenn man eine positive Einstellung – also eine Grundzufriedenheit – in sich hat, ist das eh‘ alles Wurscht (mit und ohne Curry!). Liebe Grüße Elke

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  2. Mir ist der Sommer gerade recht, ich bin dunkelbraun, weil ich bereits seit April im Garten in der Sonne liege, musste heute vor lauter Staunen sogar meine Beine fotografieren – die sehen dunkelschwarz aus. Das einzige was mich jedes Jahr stört ist die Zeitumstellung (ich hätte am liebsten nur Sommerzeit) und mindestens noch 3 Monate Sommer. Der Oktober und November (und der Februar) sind nur noch mit Rotwein zu ertragen.

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  3. Ich bin eigentlich ein Wetterfatalist. Getreu dem Motto: „Kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“ arrangiere ich mich. Bis zu diesem „Sommer“. Denn mein diesjähriges Ritual läuft so: Mein kleiner Spanier muss mal und ich schaue raus: Sonne scheint. Ich packe die Töle ins Auto und fahr mit ihm zu seinem Lieblingsklo. Kaum sind wir außer rettender Autoweite, macht oben einer den Hahn auf. Sind wir klatschnass zurück, kommt die Sonne raus. Bin ich lernfähig und springe das nächste Mal unter die gelbe Regenhaut bevor wir das Heim verlassen, regnet es garantiert nicht und eine gnadenlose Sonne schwült nach unten. Nass bin ich trotzdem: Schweiß! So geht das seit einem gefühlten Vierteljahr! SCHEISS AUF CURRYWURST! Ich will mich jetzt aufregen dürfen, verdammt noch mal!

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