Erwähnte ich schon die Äpfelei?

Nach der Entsaftung am Herd kam Nachbars Kaltpresse zum Zug. Der Baum hing noch voll und wollte abgeerntet werden, bevor die Wespen und Vögel alles zerknödeln.

Es ging also an die Ernte mit klassischem Pflückdingensding und Arbeitseifer, Korb und Glück, dass einem kein Apfel auf den Kopf fällt.

Als der Nachbar dann die Presse aufbaute…

… haben wir die Äpfel vorbereitet. Eine Wanne voller Äpfel nach der anderen wurde in der Küchenmaschine kleingehäckselt. Er leider zu groß:

Später dann hatten wir den Dreh raus: die Äpfel wurden winzig klein gemacht, so dass quasi schon der Saft beim Einfüllen in die Presse allein vom Eigengewicht rausgedrückt wurde.

Es ist eine verdammte Arbeit, dieses Pressen mit der Hand. Nicht zu vergleichen mit den industriellen oder den großen Pressen in den Keltereien, die ihre Häcksler direkt integriert haben und die Muskelkraft nicht benötigt wird.

Und so pressten wir Liter um Liter aus den Äpfeln raus. Sehr zur Freude zahlreicher schwarz-gelber Besucher, die es tatsächlich in die Nähe eines Schalkers wagten ;)

Heraus kam auf jeden Fall einer der leckersten Apfelsäfte, die ich je getrunken habe. Süß und leicht säuerlich gleichzeitig, voller Apfelgeschmack.

Die fünf Liter für den Heimbedarf waren dann auch in zwei Tagen weg. Die fünf Liter der Nachbarn sicher aus. Der Rest ging dann in den Behälter im Keller, der oben so ein Gärröhrchen hat. Ob das was wird, werden wir sehen. Ein Versuch ist es wert.

Und sollte das mit dem Apfelwein wirklich klappen, gehen wir nächstes Jahr in die Produktion für den Hausbedarf… ;)

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4 Gedanken zu “Erwähnte ich schon die Äpfelei?

  1. Beeindruckend – ich bin begeistert! Wünsche viel Erfolg beim Einsteigen in die Aalohoolproduktion. Jetzt hab‘ ich aber noch ’ne ganz andere Frage an die Profis: Habt Ihr ’nen Tipp, wie man am besten und schnellsten das dünne Häutchen auf Eßkastanien entfernt? Unser Nachbarfreund hat jede Menge davon aus dem Garten seiner Eltern und experimentiert sich so durch – hat aber bislang noch nicht das „Gelbe vom Ei“ bzw. die perfekte Lösung gefunden. Bin mal gespannt! Danke im voraus und liebe Grüsse aus der Eifel

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  2. oh, ganz tolle kindheitserinnerung bei mir!! :)
    meine eltern haben auch so eine apfelsaftpresse (bei uns heißt es dann „most“), in alt und groß – jedes jahr mussten wir kinder äpfel klauben (und wir haben viiiele apfelbäume), dann wurden sie in alten holzfässern gewaschen und schließlich gepresst (ohne sie vorher zu zerkleinern), da musste man mit dieser stange in der hand immerzu die presse umkreisen – definitiv das schönste an der sache, aber für kinderkräfte dann doch zu schwer.
    es war so eine hassliebe: wir haben es immer gehasst, die äpfel aufzuklauben – aber das war unser kinderjob und im nachhinein gesehen war es schön.
    nie wieder wird etwas so gut schmecken, wie dieser frischgepresste most… nie wieder wird sich etwas so toll anfühlen, wie der apfelgatsch, den man mit nackten händen aus der presse rausgeholt hat ;)

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  3. @ Schiel:

    Ich weiß nicht, ob es eine Methode im rohen Zustand gibt.
    Wir ritzen die Maroni immer kreuzweise ein auf beiden Seiten und backen sie im Ofen bei 150 Grad. Die Schale platzt auf, die dünne Haut lässt sich dann ganz leicht lösen.

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