In der Weihnachtsbäckerei

Jedes Jahr das gleiche Spektakel: an einem Wochenende im November verfalle ich dem Backwahn und provoziere eine Mehlstauballergie für alle um mich herum. Die Adventszeit steht vor der Tür und ich kann nicht anders, als Frauenzeitschriften nach Plätzchenspecials zu durchforsten, Rezepte zu wälzen und mir eine Liste „muss ich machen“-Plätzchen anzulegen. Dann folgt eine Mischung aus Vorfreude und Erfurcht. Doch zu viele? Doch mehr als gewollt? Und wenn die nichts werden?

Einige der Plätzchen finden jedes Jahr wieder den Weg in den Ofen – und später in die plätzchengeilen Mäuler. So wie der Lebkuchen, die Mango-Ingwer-Taler, die Mokkabiscotti, die Zebraplätzchen, die himmlischen Turron. Letztere aus dem Brigitte-Extra „Himmlische Plätzchen“ 2007, dessen Rezepte so wie viele andere auf dieser Seite zu finden sind.

    

Hier nun die neuen Rezepte:

Karamell“brezel“, in unserem Fall: Herzen

Neu aus dem Heft hinzugekommen dieses Jahr sind die Karamellbrezeln. Diese sind erschreckend einfach und schnell gemacht, zeichnen sich jedoch durch ihre „Plombenzieherqualität“ aus. Der Karamell ist mit Vorsicht zu genießen :)

Man mische
250 Gramm Mehl
60 Gramm Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
125 Gramm kalte Butter (in Flöckchen)
mit dem Rührhaken zusammen, dann mit den Händen, bis ein glatter Teig entstanden ist. Abgedeckt im Kühlschrank ein Stündchen kalt stellen.

Derweil 150 Gramm harte Karamellbonbons in einer Plastetüte kleinklopfen in Splitter.

Teig ausrollen (so typische Plätzchendicke, nicht zu dünn) und mit einer Brezelform ausstecken. In meinem Fall wurde es ein Herz und dann ein Loch in der Mitte mit einer Miniausstechform. Ausgestochene Plätzchen auf ein Backblech mit Backpapier legen. Wirklich, nehmt Backpapier!

Die Brezeln mit verquirltem Eigelb bestreichen, Hagelzucker drüberstreuen, wer mag. (Ich hab es vergessen.) Dann in die Löcher der Brezel oder in was auch immer für ein Loch im Plätzchen die Karamellbonbonsplitter einfüllen. Keine Hemmungen! Ruhig randvoll.

Alles bei 180 Grad (Ober-/Unterhitze) oder 160 Grad (Umluft) 12–14 Minuten backen. Dann auf dem Blech auskühlen lassen und mit einem Spatel vom Backpapier lösen.

Kleiner Tipp für die, die es mögen: Ein bisschen grobes Meersalz in die Karamelllöcherfüllung streuen vor dem Backen. Die Mischung aus Karamell und Salz ist einfach himmlisch.

 

Ebenfalls neu dazu und auch sehr einfach, aber lecker:

Macadamia-Cantuccini

Dieses Rezept ist aus dem Freundin Special 2011 und hat mich direkt überzeugt.

200 Gramm Mehl,
100 Gramm gemahlene Mandeln,
1 TL Backpulver
mischen.

170 Gramm Zucker,
das Mark einer Vanilleschote (die wollen Vanillezucker, aber den nehm ich nur selbstgemacht),
2 Eier und 1 Eigelb,
jeweils eine Messerspitze (bei uns ein bisschen mehr) Zimt, Cardamom, Nelke und Muskat (alles in Pulverform ;) )
mit dem Knethaken unterrühren.

125 Gramm gesalzene Macadamianüsse unterheben.

Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in drei Rollen formen. Der Teig ist sehr flüssig und nicht so leicht zu formen, was aber auch nichts macht. Irgendwie die Rollen nebeneinander aufs Backblech (mit Backpapier) bringen.

Dann 20 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze backen.
Rausnehmen und direkt schräg in Scheiben schneiden (ca. 1 cm dick), die Scheiben wieder aufs Blech und nochmal 7 Minuten backen lassen.

 

Cookies

Dieses Jahr gibt es hier sogar mal klassische Cookies. Selten, aber lecker. Dieses Rezept kommt aus dem Freundin Special 2010.

200 Gramm weiche Butter mit
100 Gramm Puderzucker und
1 Prise Salz cremig aufschlagen.

2 Eigelb und 1 Ei nacheinander unterrühren.

200 Gramm Mehl,
75 Gramm Speisestärke und
1 TL Backpulver
mischen und sieben und abwechselnd mit
50 Gramm geschmolzener weißer Kuvertüre,
1 TL gemahlener Ingwer
50 Gramm gemahlene Cashewnüsse
50 Gramm zarte Haferflocken (wir hatten kernige)
und 3–4  EL Hafermilch (in unserem Falls war es Vollmilch)
in die Butter-Zucker-Mischung geben und alles zu einem Teig verarbeiten.

100 Gramm Vollmilchschokolade (fein gehackt)
100 Gramm Halbbitterschokolade (fein gehackt)
unterheben.

An dieser Stelle möchte ich auf die Hobbybäckerseite hinweisen, auf der man Kuvertürechipse in vielen Geschmacksrichtungen bestellen kann, die sich leicht verarbeiten lassen oder die eben im Ganzen unter den Teig gehoben werden können. Man erspart sich viel Handraspelei. Und dort habe ich auch die weißen Kuvertürechipse mit Orangenaroma gefunden, die man für die Turron benötigt.

Den Teig 30 Minuten kalt stellen.

Dann auf einem Backblech (mit Backpapier, genau) kleine Häufchen Teig mit Abstand zueinander platzieren. Wirklich kleine Häufchen. So mit Teelöffel geformt reicht aus. Dann bei 180 Grad (Ober-/Unterhitze) 15 Minuten backen.

 

Auch seit letztem Jahr im Programm:

Baumkuchenspitzen

Diese wirklich leckeren Teile sind keine klassischen Plätzchen und eigentlich eher was, was man frisch isst. Aber bei uns sind sie kuvertüreüberzogen in der Plätzchenkiste gelandet. Das Rezept entspringt der Für Sie Extra 2010 und wurde mit Begeisterung nachgebacken. Das Rezept habe ich auf dieser Seite online gefunden.

9 Eiweiß mit
180 Gramm Zucker
zu einem schönen stabilen Schnee schlagen.

In einer zweiten Schüssel
160 Gramm weiche Butter,
1 Prise Meersalz,
5 Gramm Kardamompulver,
2 Gramm gemahlene Tonkabohne,
Abrieb von 1 Bio-Zitrone,
und Mark von 1 Vanilleschote
schaumig schlagen.

Nach und nach 9 Eigelb,
und 50 ml Rum
unterrühren.

80 Gramm Weizenmehl (Type 550) und
80 Gramm Speisestärke
mischen und abwechselnd mit dem Eischnee unter die Buttermischung heben.

Der Teig ist flüssig!

Den Boden einer Backform (z.B. Springform) mit Backpapier auslegen und eine dünne Schicht Teig einfüllen. Der Boden sollte gerade bedeckt sein.

Dann im Ofen bei 240 Grad Ober-/Unterhitze oder noch besser mit Grillfunktion so lange backen, bis die Oberfläche angebräunt ist. Achtung, das dauert nur wenige Minuten! Dann die nächste Schicht Teig aufgießen und im Ofen backen und anbräunen lassen. So weiter Schicht für Schicht verfahren, bis der Teig aufgebraucht ist.

Den Kuchen aus der Form holen und abkühlen lassen.

Jetzt hat man die Wahl:
Entweder ausstechen und pur essen oder mit heißer Aprikosenkonfitüre bestreichen und/oder mit Kuvertüre glasieren. Und wer möchte, kann die Dinger dann noch verzieren.

 

Erfahrungsgemäß bleiben beim Backen oft Massen von Eiweiß übrig, da viele Rezepte nur Eigelb erfordern. Hier empfiehlt sich die Verarbeitung zu Makronen :D In meinem Fall:

Kokosmakronen

Ich hatte noch zwei Tüten Kokosraspeln rumliegen. Die wollte ich noch verbrauchen. Das Rezept ist denkbar einfach:

4 Eiweiß steif schlagen.
200 Gramm Zucker,
ein bisschen Zimt
unterrühren.

200 Gramm Kokosraspeln
sehr vorsichtig unterrühren.

Kleine Häufchen der Masse aufs Backblech (jahaaa, mit Backpapier) klecksen und bei Umluft 100–120 Grad (nicht vorgeheizt) circa 35 Minuten backen.

 

Lebkuchenkuchen

Dann war da noch das Tinschn, dass mir mit ihrem Lebkuchenkuchen Hunger gemacht hat. Also dieses rattenschnelle Rezept zusammen gerührt:

500 Gramm Mehl
300–400 Gramm Zucker
3 EL Kakaopulver
1 Tütchen Lebkuchengewürz (für 500 Gramm Mehl)
1 TL Backpulver
mischen.

3 EL geschmacksneutrales Öl und
500 ml Milch
unterrühren.

So ist das Grundrezept. Der Teig ist flüssig.

Bei mir gab es dann noch circa 150 Gramm Kuvertürechipse druntergemischt.

Die Masse auf ein Backblech (MIT BACKPAPIER AUSGELEGT, JAAA!) gießen und geschmeidige 15 Minuten bei 180 Grad (Ober-/Unterhitze) backen.

In meinem Fall wurde dann der Kuchen mit einer dicken Kuvertüreschicht begossen, bekam Schokoknusperkugeln oben drauf und wurde klein geschnitten. Heute ist ein Teil davon zur Arbeit des WTMs mitgegangen und ich bin gespannt, wie die Rückmeldungen zum Plätzchenteller sind. Es ist doch immer was anderes, wenn man selbst isst oder fremde Meinungen dazu hört.

Ich wünsche allen Weihnachtsbäckern viel Spaß und gutes Gelingen. Und würde mich über Rückmeldungen, neue Rezepte, Verfeinerungsideen und Blogposts sehr freuen!

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6 Gedanken zu “In der Weihnachtsbäckerei

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