Muttertag, Brustamputation und sonstige Dinge

Muttertag vorbei und wieder einmal bin ich froh, dass meine Mutter da kein Geschiss drum macht, bzw. wir ihr auch sonst im Jahr unsere Hochachtung zeigen, so dass sie kein Geschiss darum machen muss. Wobei ich ja auch nicht verstehe, warum Väter am Vatertag mit Bollerwagen rumlaufen – und Mütter sich über selbstbeklebte Tonpapierherzen freuen.

Unser Nachbar sagte neulich, dass er seinen fast erwachsenen Söhnen jetzt alle selbstgebastelten Geschenke zurück schenkt. Aus Rache. Ich weiß ja nicht, ob ich sie überhaupt so lange aufbewahrt hätte.

Beim Thema Aufbewahren ist ja zur Zeit die Brustamputation zur Krebsvorsorge ganz groß in den Medien. Und mit dem Thema leider auch die dummen Witze und Sprüche, wie eine Frau sich „ihre Titten zum Fummeln“ abschrauben lassen könne, nur weil sie an Brustkrebs erkranken könne. Da könne man sich ja auch sein Raucherbein vorher abnehmen lassen.

Man könnte aber auch mit dem Rauchen aufhören.

Wäre es für betroffene Frauen nur so einfach. Aber wenn es um Brüste geht, haben manche Menschen eben nur Watte im Hirn. Größer geht immer, kleiner bloß nicht. Auch wenn das bedeutet, dass eine Frau ein Leben in Angst führt und eine fast 80% erhöhte Wahrscheinlichkeit hat, an Krebs zu erkranken. So sind sie, die Männer. Wenn aber der PSA-Wert erhöht ist, zögern sie (zum Glück) nicht und lassen Hand an die Prostata anlegen.

Dazu auch mal gesagt: Keine Frau und kein Arzt machen sich diesen Schritt leicht. Keine Frau lässt sich mal eben gern die Brüste entfernen. Glauben Sie mir.

Ein Blogartikel dazu auch hier.

Das Thema Krankenhaus begleitet uns ja jetzt schon seit drei Wochen, aber wenn Sie alle nochmal gedrückte Daumen am Freitag hätten, dann sind wir noch positiver gestimmt, dass es nach knapp vier Wochen auch vorbei ist damit. Jedenfalls vorerst.

Dann werde ich auch nicht nur in der Kantine essen, sondern es wird wieder gekocht, dass mir jetzt schon das Wasser im Mund zusammen läuft beim Gedanken daran.

Macht das Beste aus Eurem Tag!

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10 Gedanken zu “Muttertag, Brustamputation und sonstige Dinge

  1. Ich lauf eigentlich ständig mit gedrückten Daumen rum. Es gibt so viele, die das dringend gebrauchen können. Mir scheint, es werden immer mehr. Für euch lege ich noch ein bisschen mehr Nachdruck drauf.

    Nicht dumm, aber dafür ganz schön böse:
    Kommt ne Frau völlig verzweifelt vom Arzt: ”Ich hab’n Knoten in der Brust!“ Darauf ihr Mann: „Mein Gott, wer macht denn sowas?!“

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  2. Durch Urlaub und diverse Ärgerlichkeiten kam ich wochenlang nicht dazu, bei Dir vorbei zu schau’n. Jetzt aber wieder! Also, ich werde den WTM in die Reihe derer, für die ich einen Platz in meinem Nachtgebet habe, einfügen und zusätzlich chronisch die Daumen pressen! Wenn das nicht hilft, weiß ich’s nicht. Alles Gute für ihn/Euch und Kopf hoch.
    In Köln sagt man sehr treffend: „et es noch immer jot jejange!“
    LG Elke

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  3. Liebe Elke, das Schlimmste hat er hinter sich. Wir warten nun darauf, dass die letzten Untersuchungen sagen, dass auch alles jot jejange ist :D Aber „et kütt wie et kütt“. Und damit werden wir dann weitermachen :)

    Ich danke Dir!

    Little B., meist wird der PSA-Test hier nicht willkürlich gemacht und auch nicht einfach, sondern dient erstmal nur der Beobachtung. Dann wird er wiederholt und weitere Tests gemacht, bevor es „ans Eingemachte“ geht. Er wird ja hierzulande (zum Glück) als eine von vielen Untersuchungsmethoden angewandt. Bei unklarer Diagnose wird auch nicht komplett entfernt, sondern meist abgeschabt, Proben entnommen, etc. Ich denke, es ist so wie mit allen Untersuchungen: sie können Leben retten, sollten aber nicht als Wundermittel gesehen werden.

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  4. Little B.: Ich war in in letzten zwei Jahren leider schon öfter in onkologischen Abteilungen zu Besuch und leider auch in Hospizen. Bei aller Furcht wurde dort mehr gelacht als draußen. Das hat mich stark beeindruckt. Und es hat mir Hoffnung gemacht und ein bisschen Angst genommen. Ich mag schwarzen Humor, dort schien er mir aber fehl am Platz. Und jetzt rate mal, wo ich die besten schwarzen Witze zu hören bekam!

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  5. Loeffel: Das bezog sich nicht auf Dich bzw. Witze oder schwarzen Humor. Ich meinte damit die Leute, die völlig unreflektiert kommentieren.
    Barbara: Ja, solche Tests sind Fluch und Segen zugleich.

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