Die Sache mit dem Gewissen

Könntet Ihr in eine Wurst beißen, wenn Ihr das Gesicht des Schweins kennt, das sie geliefert hat?

Wenn Ihr jetzt sagt: Ja! Dann seid Ihr bei Meine kleine Farm genau richtig. Wenn vielleicht auch noch der Wunsch hinzu kommt, das Fleisch, das man isst, mehr wert zu schätzen und weniger zu essen, dann erst recht.

Postkarte

 

Puuh, heldenhaft? Edel? Ich weiß ja nicht. Aber ein Schritt in die richtige Richtung. In die einzige Richtung, die Sinn macht.

Die Rückbesinnung auf eine Zeit, als Fleisch noch nicht tägliches Nahrungsmittel war und die Industrie dahinter nicht so unfassbar gigantisch war, dass es einem schlecht werden muss, wenn man die zehntausende Körper sieht, die eingequetscht und geschunden „aufwachsen“ und dann quer durch die Lande transportiert und abgeschlachtet werden.

Die Rückbesinnung darauf, dass es viele Alternativen gibt und ein Stück Fleisch sehr selten war. Diese Rückbesinnung sieht man immer häufiger. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum, dem eigenen Verhalten beim Einkaufen, dem eigenen Gewissen.

Ja, natürlich ist es bequem beim Supermarkt an der Theke ein Massentier zu kaufen. Oder eben die Wurst mit Gesicht aus dem Regal. Die sieht ja auch so niedlich aus! Unsere Wurst hat auch ein Gesicht:

Schweinelaecheln

 

Auf unserer Wurst, die wir bestellt haben, ist das Gesicht des Schweins, der Sau drauf, die es geliefert hat. Und sie sehen gut aus. Sie wühlen mit der Nase im Dreck, sie rennen durch die Gegend und werden dann geschlachtet.

Edel wären wir, würden wir gar kein Fleisch mehr essen. Wir essen aber Fleisch. Für mich mittlerweile der einzige Kompromiss: Wissen, wo es herkommt und nur das kaufen und verzehren, von dem ich weiß, dass es nicht aus Massentierhaltung oder -schlachtung kommt. Dazu noch regional und ohne große Wege verarbeitet.

Ob mir das Bild auf der Wurst nun das schlechte oder das gute Gewissen bestärkt, weiß ich noch nicht. Irgendwie beides. Aber es trifft genau meine Einstellung, dass Fleisch höchstens selten auf den Teller gehört.

MeinekleineFarm

 

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2 Gedanken zu “Die Sache mit dem Gewissen

  1. Das unterschreibe ich, Du hast es mal wieder wunderbar auf den Punkt gebracht. Ich kaufe zwar nicht bei mklF, aber in einem kleinen Demeterbetrieb, der auch selbst schlachtet. Ich esse selten Fleisch und dies manchmal auch mit etwas schlechtem Gewissen, gerade weil es nur ein kleiner Schritt von selten zu gar nicht ist. Aber anderseits esse ich es auch mit großem Genuss, gerade weil es etwas Besonderes und Seltenes geworden ist.

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    1. Genau darum geht es ja: Fleisch nicht als Konsumware in Massen zu betrachten, das jederzeit überall und immer zur Verfügung steht. Sondern als etwas besonderes, das man selten genießt. Dieser Massenwurstkonsum und die Fertigwürstchen aus dem Glas, Frikadellen aus dem Frischeschrank oder auch die Salami auf der Tikü-Pizza sind alles Auswüchse, die ich nicht mehr unterstützen will und kann. Nicht nur wegen der Maschinerie dahinter, sondern auch ganz klar wegen des Geschmacks.

      Die meisten können doch kein Schwein mehr von Hühnchen unterscheiden, weil alles in Industriepampe gewandelt und gewürzt wird. Schrecklich.

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