Puuh.

Der Mann braucht und sucht Winterstiefeletten.
Man findet wahrscheinlich schneller Wasser auf dem Mars.

Oh.

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Die Sache mit der Kommunalpolitik.

Ich kann ja eine gewisse Politikverdrossenheit auf Bundesebene verstehen. Das Rumeiern der Parteien ist schwer zu ertragen, wirkliche Entscheidet fehlen und Typen sowieso. Die Riege der Politiker ist austauschbar geworden und kaum einer steht noch stellvertretend für seine Partei. Bei vielen, besonders denen der großen Koalition, muss man doch schwer überlegen, zu welcher Partei sie eigentlich gehören und was aus ihren einstigen Werten geworden ist.

Als ich Kind war, ja, das kam vor, wuchs ich in einem Genossen-Haushalt auf. Meine Mutter schwang das SPD-Parteibuch und war aktiv in der Kommunalpolitik. Das war zu einer Zeit, als Sozialdemokraten noch wussten, was das sozial bedeutet und Kommunalpolitik durchaus auch die Werte der großen Mutterpartei repräsentierte. Und anders herum.

Heute ist das anders.

Ich merke das nicht nur, weil meine Mutter immer noch aktiv in der Bezirksvertretung ihres Stadtteils ist und sich für die Belange einsetzt. Ich merke das auch, seit ich mich aus privaten Gründen in die Kommunalpolitik des Städtchens hier eingemischt habe.

Hier in den Ortsbeiräten, Ausschüssen und Stadtverordnetenversammlungen geht es tatsächlich noch um die Entscheidungen des täglichen Kleinstadtlebens. Sei es die Beleuchtung der Straße unten am Fluss oder den Abenteuerspielplatz. Es geht um Bebauung und Grünflächen, Sitzbänke und Quartiertsmanagement.

Und tatsächlich finde ich hier in der Kommunalpolitik durchaus die Werte wieder, für die die Parteien damals standen. Die Grünen kämpfen für Natur und Mensch, die Sozis für mehr soziale Verantwortung, die CDU irgendwie für alles und die FDP… ach, lassen wir das.

Und obwohl tatsächlich alle sich in den Gremien bekämpfen und diskutieren, die Wortmeldungen des anderen in Frage stellen oder mit Zwischenrufen boykottieren – bleibt unter dem Strich oft der Konsens. Selten habe ich erlebt, wie aus unterschiedlichen Sichtweisen ein gemeinsames Projekt wird.

Natürlich hat auch hier jede Fraktion wieder einen Schwerpunkt. Die einen legen Wert auf die Finanzierung, die anderen auf den integrativen Charakter. Doch genau so soll es doch sein. Ein Projekt, viele Sichtweisen und Anregungen.

Und plötzlich kann ich diese Politikverdrossenheit nicht mehr verstehen. Ich bekomme wieder Lust auf Politik und das Umsetzen von Ideen um eine Stadt und seine Bürger voran zu bringen.

Vielleicht sollte ich doch in die Fußstapfen meiner Mutter treten und ein Parteibuch schwingen. Ich bin mir nur noch nicht sicher, welches.