Rückblick. Start.

Ich halte ehrlich gesagt nichts von diesen Neujahrsvorsätzen. Wenn man etwas ändern will, soll man es sofort machen und nicht aufschieben.

Was ich persönlich ändern will, weiß ich nicht. Eigentlich mache ich schon alles, um wieder in die richtige Spur zu kommen nach einem Jahr, das mehr als scheiße war.

Denke ich zurück, denke ich an:

Januar: Zahnarzt (neue Kronen), Anwaltstermine wegen des Erbstreits

Februar: Verlust des festfreien Jobs, chronische Erkältung/Husten

März: Abschluss des Erbstreits, HNO-Klinik (Laryngitis), Kurieren der chronischen Erkältung und Sinusitis, Kopf-CT, Verschieben der geplanten OP

April: Hysterektomie. Keine leichte Entscheidung, aber nach 15 Jahren Schmerzen und drei Operationen leider die einzige.

Mai: Völliger Zusammenbruch der Gesundheit (Unterleibsschmerzen, Schwindel, Magenschmerzen, Arbeitsunfähigkeit), Verlust von zwei Kunden, Arzttouren

Juni: 1. Motorschaden beim Auto. Horrende Kosten. Gesundheitstouren gehen weiter (Orthopädie, Chiropraktiker, Osteopathie, Physiotherapie), Diagnose: Vertigo durch Ausfall des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Arbeitsunfähig. Ausfall des 1. Urlaubsversuchs.

Juli: Vertigo, Vertigo, Vertigo. Massagen, Physio, HNO. Arbeitsunfähig. 2. Motorschaden. Wieder horrende Kosten. Versuch eines Dialogs mit VW wegen Kulanz, erfolglos. 3. Schaden am Auto zwei Tage nach der zweiten Reparatur. Null Kulanz. Auto verkauft. Neues Auto. Schwiegermutter im Krankenhaus, OP.

August: Zum Vertigo und der Behandlungen der SchwieMu kommt ein neues Problem – Motten. Termin mit dem Kammerjäger (Bedampfung der ganzen Wohnung, Auszug mit den Katzen für 8 Stunden, danach 4 Stunden putzen), erster Urlaub. Dafür dezenter Zusammenbruch mit Anklängen eines Burn-Outs.

September: 2. Kammerjägertermin. Nachbedampfen der Küche. Termin HNO, Verdacht auf Morbus Meniere. Blutuntersuchungen. Pläne zur Bebauung unserer Gärten tauchen im Magistrat auf. Vorbereitung des Widerstands. Verdacht auf Gallensteine. Leichte Besserung des Vertigo.

Oktober: Steuererklärung. Böse Nachzahlung für 2014 nach einem guten halben Jahr ohne Einkommen. Ortsbegehungen der Politiker. Dermatologie. Augentest. Weiterhin Schwindel, aber wenigstens arbeitsfähig. Leider nur noch mit wenigen Kunden, die sich über das Jahr verabschiedet haben nach meinem krankheitsbedingtem Ausfall.

November: Verdacht auf Leistenbruch: Chirurgie und Gynäkologie. Feststellung von Zysten an den Eierstöcken. Hand-OP der Mutter.

Dezember: Erste Erkältung und Sinusitis seit Ostern. Dafür wird der Schwindel direkt wieder akut.

Dieses Jahr hat mich mehrere Kunden gekostet. Meine Gesundheit. Meine Perspektive. Mein Geld. Ich habe lernen müssen, was es bedeutet, wenn einem der Körper den Dienst versagt und man plötzlich nicht mehr funktioniert. Wie viel davon abhängt, dass man aber funktioniert. Ich konnte zeitweise nicht mehr Auto fahren und hatte Probleme, alleine zu laufen ohne überall gegen zu stoßen. Ich war nicht mehr fähig, meinem Job nachzugehen nach 20 Jahren – ohne zu wissen, ob das jemals besser würde und wenn ja, wann. Daraus resultierte eine monetäre Zukunftsangst. Kein eigenes Geld mehr zu verdienen ist ein beschissenes Gefühl.

Ich habe Verabredungen absagen müssen, weil ich mich nicht konzentrieren konnte auf das, was gesagt wurde.

Hinzu kam die Auseinandersetzung mit der Entscheidung zur Hysterektomie. Ja, es war notwendig. Ich war Risikopatientin und ständig hätte es so akut werden können, dass ich per Not-OP alles (!) verliere. Dies jetzt war die letzte Chance, wenigstens meinen Hormonhaushalt nicht völlig umzustellen und meinen übrigens Organen noch einen weiteren Halt zu lassen. Trotzdem kommen diese Gedanken, Zweifel. Auch, wenn man mit der Familienplanung abgeschlossen hat (durch die notwendige OP beim Mann), bleibt ein Gefühl von Verlust. Komischerweise erst, seit sie weg ist, die Gebärmutter.

Was ich nicht vermisse, ist die Periode und die damit verbundenen Schmerzen. Ich vermisse sie kein Stück. Jeden Monat drei Tage eingeschränkt zu sein durch Schmerzen war kein Vergnügen. Heute merke ich nicht mal mehr meinen Eisprung.

Im Herbst, als abzusehen war, dass ich wieder arbeiten kann, habe ich mich nach Alternativen umgesehen. Dieser gesundheitliche Einschnitt in meinem Leben hat mich nachdenken lassen, ob ich noch das mache, was ich wirklich möchte. Beruflich. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich etwas anderes machen möchte. Etwas, bei dem ich zwar mit Herzblut dabei bin, mich aber nicht meine ganze Energie kostet – auch nach Feierabend.

Leider sehen viele andere das nicht so und es hagelt Absagen. In „fremden“ und in brancheneigenen Jobs. Durch die Blume höre ich, dass ich zu teuer bin in meinem Alter mit meiner Berufserfahrung. Und für die branchenfremden Jobs bin ich nicht qualifiziert – auch wenn sie keine besondere Qualifikation benötigen, außer einem Abschluss auf dem Papier, den ich durch 12 Jahre Selbstständigkeit zur Genüge wettmache.

Aber, hey, vielleicht habe ich den Job noch nicht gefunden, der mich auch will…

Mein 2015 war, nach einem beschissenen 2014, noch beschissener, als ich es jemals gedacht hätte. Die wenigen positiven Dinge, die passierten, konnten mich kaum mehr erreichen. Die negativen waren omnipräsent.

Trotzdem habe ich eins in diesem Jahr wiedergefunden: meinen Optimismus. Ich habe jeden Monat gedacht, dass es irgendwann sicher besser wird. Irgendwann sind wir oben auf dem Gipfel und haben den Aufstieg geschafft.

Was ich persönlich anders machen möchte in diesem Jahr? Nichts.

Ich hoffe nur inständig, dass das Jahr positivere Dinge für mich bereit hält, als das letzte und mich dann für meinen Daueroptimismus belohnt.

 

Muss ja.

 

 

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2 Gedanken zu “Rückblick. Start.

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