Berg.

Berg. Was für ein Wort. Ein Wort wie ein Fels. Nur größer.

Bergfest, Bergbesteigung, Bergstraße, Andrea Berg, Bergisch Gladbach. Es läuft so ziemlich auf was anderes hinaus, als gedacht und ich habe keine Ahnung, warum.

Schreibe ich über meinen letzten Berggipfel, den ich im Sommer 2015 bestiegen habe? Wobei besteigen ja noch leicht übertrieben ist, immerhin gab es eine Bergbahn, die bahnte mir den Weg am Berghang hinauf auf komfortable 1500 Höhenmeter. Der Rest war keine Kunst mehr. Eine Stunde bergauf und eine Viertelstunde bergab. Geblieben ist eine Blase.

Berge besteigen kann dabei so viel schöner sein. Es können auch die Berge von Beate sein, aber das führe zu weit. Nach oben. Und hat nur bedingt etwas mit dem großen Wort vom Anfang zu tun. Naja, obwohl. Für manchen scheuen Gesellen mögen diese Berge ähnlich beschaulich und die Gipfel so schwer zu erreichen sein, wie für den nächsten der Himalaya.

Als ich, auch im Sommer, auf einer Alm rumlief, kämpfte gerade im Tal eine Bekannte gegen ihren Krebs an. Das glich viel mehr einer Bergbesteigung, als meine Berg- und Talbahnfahrt. Sie brauchte etwas, was ihr Halt gab.

Und was gibt mehr Halt, als ein Berg? Er erdet, er steht dort und kann nicht bewegt werden. Wenn man an ihm vorbei will, sollte man über ihn drüber. Im Idealfall der kürzeste Weg. Aber auch der schwierigste. Er ist wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung. Nur ohne Brandung. Und größer. Eher wie ein Berg in der Atmosphäre, der sich weigert, der Luft mehr Platz zu geben, als sie braucht. Soll sie doch nach oben steigen. Die Luft.

Es gestaltete sich aber wirklich schwierig, den Berg mit der Post zu verschicken als Symbol für die Bekannte. Also wurde ich kleiner und kleiner und kleiner in meinen Gedanken und hob einen Stein auf, der auch besser in der Hand lag.

Die Post beschwerte sich auch nicht und so bekam die Freundin einen symbolischen Berg, den sie bezwingen und einfach in ihrer Hosentasche verschwinden lassen und bei Bedarf aus ihr bergen kann. Sie ist jetzt über den Berg. Sagt das MRT.

Bergbau, Bergluft, Bergamotte. Wohl die einzige, die nicht fliegen kann. Wie auch, mit diesem Namen.

Jetzt habe ich Lust auf Tee.

Ich möchte zum Tee das Steigerlied anstimmen, obwohl der Bergbau nicht zwingend im Berg stattfinden muss. Barbara von Nikomedien war das auch egal und trotzdem wurde sie die Schutzpatronin der Bergleute.

Ich berge jetzt meine letzte Motivation aus den Tiefen meiner Gedankentäler und setze einen Earl Grey auf.

Glückauf!

 

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Dieser Text ist geschrieben worden im Rahmen von *txt

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