Uterus mit Gemüse

Heute vor einem Jahr war es soweit: nach Jahren der Ungewissheit wurde mir der Uterus entfernt. Es war kein leichtfertiger Schritt, den ich da gegangen bin. Es war kein Schritt, den man mal eben so macht, weil es passt. Es war ein Schritt, den ich gehen musste, nachdem ich seit 15 Jahren unter Myomen litt.

Ja, ich weiß, Myome haben sehr viele Frauen. Aber nicht „orangengroß“, „kindskopfgroß“ und in einer Menge, dass die Chirurgen nicht jedes einzelnde gezählt haben beim Entfernen.

Es war meine dritte OP. In der ersten wurden mir drei Myome (die größten) entfernt, was mich knapp 1,5 kg leichter machte. Das ist jetzt über acht Jahre her.

Meine zweite war eine Not-OP vor drei Jahren. Unterbauchschmerzen und Druckempfindlichkeit veranlassten Gynäkologen und Chirurgen, sich mal gemeinsam meinen Bauchraum anzuschauen und festzustellen, dass die Schmeren von Myomen und Adhäsionen kommen müssen. Man befreite mich vorsichtig von den gröbsten und nähte wieder zu. Mit dem Hinweis, dass meine Gebärmutter und ich nicht alt miteinander würden.

Letztes Jahr dann der Schritt zum Schnitt.

Viele Frauen bemerken ihre Myome nicht. Sie verursachen selbst auch keine weiteren Beschwerden, wenn sie nicht zufällig groß sind, ungünstig liegen oder Gefäße abklemmen. Alles war bei mir gegeben und ich litt unter permanentem Bauchdruck, extremen Schmerzen vor und während der Periode, unregelmäßigen Blutungen, Blasendruck und Darmproblemen.

Mein Uterus beherbergte eine Menge an Kroppzeuchs, Gemüse oder wie auch immer man den Wildwuchs im Inneren, in der Wand und außen drauf betiteln möchte.

Ich bereue es nicht. Mit der Gebärmutter sind Schmerzen und Angst gegangen. Und die Periode (juchhuu!). Was ebenfalls gegangen ist, ist der Zwang sich erklären zu müssen, warum man keine Kinder will. Jetzt sagt man einfach „Hysterektomie“ und alle nicken mitfühlend, wissend, mitleidig oder schockiert. Dabei war das Thema bei uns sowieso durch. Vielleicht gibt es einen Zusammenhang zwischen „nicht können“ und „nicht wollen“. Ich weiß es nicht. Ich wusste aber schon seit 15 Jahren, dass eine Schwangerschaft bei mir kompliziert wäre, wenn überhaupt eine entstehen würde. Und es gab, zum Glück, nie den Wunsch danach.

Sollte jetzt hier jemand durch eine Suchmaschine angekommen sein, darf diejenige gern fragen, wenn sie was wissen will zu OP, Methode, dem danach, etc.

Mein Fazit? Ich bin froh, es gemacht zu haben. Ruhig schlafen zu können und weniger Schmerzen zu haben, sind eine Steigerung der Lebensqualität, die ich schon viel früher hätte haben können…

 

 

 

 

 

 

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