Vegan

Was ich nicht verstehe: Warum ist es für viele Menschen so schlimm, dass es vegane Produkte und einen Markt dafür gibt? Und dass diese beworben werden? Thematisiert werden.

Ich kenne mehr Fleischesser, die Veganerbashing betreiben, als Veganer, die Fleischesser missionieren wollen. Deutlich mehr. Und es nervt mich immer mehr, mit was für einer Vehemenz rumgehackt wird und versucht wird, „den Nachteil“ oder „die Schwachstelle“ aufzuzeigen. Als ob es darum ginge, aufzuzeigen, dass auch vegane Produkte nicht nur toll sind.

Würdet ihr das mal mit euren sonstigen Konsumgütern machen und sie hinterfragen…

Es scheint für viele selbstbefriedigend zu sein, sich über vegane Produkte zu amüsieren, aufzuregen oder zu erzählen, warum es total doof sei, diese zu konsumieren. Statt sie einfach nur achselzuckend zu tolerieren.

Was ist verkehrt an veganen Taschen, Schuhen, Kondomen? Wenn man bei Produkten auf die Verwendung von Tieren verzichten kann, warum nicht? Jedes Tier weniger, das nicht für unseren Luxus und unseren überbordenden Konsum getötet wird, ist erstrebenswert.

Ich habe vegane Taschen und liebe sie. Warum soll ich mir eine Ledertasche kaufen, wenn ich eine schöne vegane Tasche sehe? Was ist schlimm daran, wenn ich vegane Schnitzel esse, weil sie mir schmecken – und das „Schnitzel“ für mich eine Erklärung der Darreichungsform ist, nicht des Inhalts. Es gibt schließlich auch Kohlrabischnitzel, ohne dass da jeder gleich draufkloppen muss, dass das ja dann kein Fleischschnitzel sei.

Ich benutze ausschließlich Kosmetik, die vegan ist. Weil ich der Meinung bin, dass man anderes nutzen kann, wenn es Alternativen gibt, für die kein Tier sterben muss, wenn es nicht nötig ist.

Für mich sind vegane Produkte eine gelungene Alternative. In allen Bereichen, in denen es mir in den Kram passt.

 

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Distanz

Manchmal muss man sich klar machen, dass es nicht das eigene Problem ist. Auch, wenn man mit dem, was der andere macht, nicht einverstanden ist. Oder von außen die Konsequenzen sieht, der andere aber nicht daraus lernt.

Dieses „Distanz wahren“ ist das, was mich innerlich zerreißt.

 

Puh.

Niemanden kennt man so ganz. Die meisten gar nicht. Die wenigstens sehr gut. Wenn man aber merkt, dass man letzteres dachte, aber zweites zutrifft, dann kommt nicht nur große Wut, sondern auch der Selbstzweifel an der eigenen Menschenkenntnis.

Wie just a thought schreibt, findet vieles davon in der digitalen Welt statt. Online fehlen jedoch Betonungen und spontane Wortauswahlen, Gesten und Mimik, das, was das Gesagte wahr werden oder anzweifeln lässt.

Es fehlt das Menschliche hinter den Worten.

Bei unseren Onlineaccounts haben wir mehr Einfluss auf das, was das Gegenüber sehen soll und darf, als im direkten Kontakt. Es lügt sich nicht so leicht, wenn man sich gegenüber steht. Jedenfalls nicht auf Dauer.

Diese Selbstzweifel, wenn man merkt, dass es doch so war und die Zweifel an jedem einzelnen Wort, das ausgetauscht wurde, stechen. Und man muss einen Weg für sich finden, wie man damit umgeht. Zweifeln an allem, was gesagt wird? Nur noch im direkten Kontakt kommunizieren? Wobei, können wir nicht kommunizieren? Wäre die Konsequenz daraus, sich aus der Onlinewelt zu verabschieden, wenn man ihr nicht mehr traut?

Oder muss man mit der nötigen Vorsicht herangehen, auch wenn viele sagen, dass diese Form der Kommunikation „die neue“ ist, diejenige, die unserem Leben gerecht wird, in dem man in alle Richtungen verstreut lebt, in verschiedenen Zeitzonen oder unterschiedlichen Lebensmodellen, die eine direkte Kommunikation erschweren?

Ich bin mir nicht sicher. Ich zweifle aber auch nicht aktiv. Ich versuche das geschriebene Wort (auf Social-Media-Kanälen oder in Blogs) nicht nur auf meine Weise zu interpretieren, weil es doch dadurch viel Missverständnisse gibt. Nuancen fehlen.

Besonders in letzter Zeit hatte ich das ein oder andere Erlebnis, bei dem mich das Geschriebene des Anderen getroffen hat oder ich es auf meine Art interpretiert habe, ohne dass es vielleicht mit mir direkt zu tun hatte. Worte können missverständlich sein und man kann vieles auf sich beziehen, was gar nicht an einen adressiert war.

Ich versuche die Hochglanzbilder von einigen bei Instagram mit dem nötigen Abstand zu sehen und die Mechanismen dahinter, was jemand zeigt, nicht zeigen möchte oder bewusst zufällig zeigt, nicht zu bewerten. Oder mir immer wieder klarzumachen, dass das geschriebene Wort und das gepostete Bild von vielen mit anderem Background nicht verstanden werden kann ohne ausführliche Erklärungen und Kenntnis meines Lebens oder des Lebens meines Gegenübers.

Was bleibt ist die Unsicherheit, dass jemand mit mir kommuniziert, der  instrumentalisiert. Manipuliert. Belügt. Es nicht ehrlich meint. Verheimlicht. Dass man benutzt wird für fremde Zwecke. Für die Zwecke des anderen, ohne es zu merken, weil man vielleicht ein völlig falsches Bild hat vom Gegenüber aufgrund der eigenen Erfahrung oder Einschätzung. In der Onlinewelt vielleicht noch mehr, als im direkten Kontakt.

Auch ich habe manche Dinge jetzt nochmal gelesen und zweifle an der von mir interpretierten Bedeutung einiger Dialoge. Lese Subebenen hinein und weiß doch nicht, ob ich nicht jetzt fehlinterpretiere.

Just a thought hat recht, wenn sie schreibt, dass wir uns Grundlagen schaffen müssen, auf deren Basis wir lernen so zu kommunizieren, wie wir es am besten können. Und verstehen.

Kleine Anekdote dazu zu Just a thought und mir:

Niemand, niemand, niemand und erst recht nicht wir, hätten wohl vor vielen Jahren gedacht, dass wir uns in die Arme nehmen, wenn wir uns das erste Mal sehen. Dass wir auf  einem Sofa sitzen und über Verluste und Gummibänder sprechen, dass wir uns austauschen auf vielen Ebenen und für mich ist sie eine große Bereicherung, die ich nur durch dieses Onlineleben kennenlernen durfte und mich über jedes reale Treffen genauso freue, wie über WA-Nachrichten, Instagram- oder Blogposts ;)

Weil wir ein Bild von der anderen hatten, das irgendwie anders war.