Lieber Sternfahrer,

aus Frankfurt, der du am Samstag so zauberhaft versucht hast, dein Ego aufzuplustern.

War es das wirklich wert? War es das wert, dass deine Familie aus deinem Auto gestiegen ist und zu uns sagte, dass du einfach spinnen würdest? War es das wert, dass sie lieber zu Fuß nach Hause gehen, als bei dir im Auto sitzen zu bleiben?

Was hat es dir eigentlich gebracht, dass du entgegen der Straßenverkehrsordnung und entgegen jeder Vernunft mitten auf der Straße stehen geblieben bist, statt einfach nach deinem Wendemanöver auf deiner Straßenseite stehen zu bleiben vor dem parkenden Auto?

Ich habe dich höflich gefragt, ob ich dir zeigen soll, wo der Rückwärtsgang ist, da du ihn ja scheinbar nicht finden konntest. Oder nutzen wolltest, nachdem du die Straße für alle anderen Teilnehmer blockiert hast, weil du unbedingt wolltest, dass wir die ganze Straße an allen auf deiner Seite parkenden Autos zurückfahren, weil du da zuerst durchfahren wolltest.

Es war dir so wichtig, deinen Motor mitten auf der Straße auszumachen und lautstark zu verkünden, dass du ja Zeit hättest und es von dir aus den ganzen Tag dauern könnte. So lange, bis wir dich in deinem Auto vorbei lassen. Die Mär von der eingebauten Vorfahrt bei den Autos mit dem Stern. Nein, Du wolltest nicht zurückfahren. Keinen Meter Platz machen.

Warum eigentlich nicht?

Deine Motive sind mir eigentlich egal. Mein Mann hat zum Glück einen so großen Penis*, dass er sich und anderen nichts beweisen muss. Weder mit einem großen Auto, noch mit Bockigkeit wie ein Kleinkind in bester Trotzmanier. Das habe ich dir dann auch gesagt. Fandest du gut. War das Neid? Jedenfalls ist mein Mann den Weg rückwärts gefahren, damit du deinen kleinkindlichen Willen bekommst.

Warum? Ganz einfach: weil wir Mitleid mit dir hatten. Mit deinem scheinbar kleinen Ego, das dich dazu bringt, deinen Trotz auf diese Weise ausleben zu müssen. Dass dich dazu veranlasst, lieber als Vollidiot dazustehen, als einen Meter zurück zu fahren.

Deine Frau und deine Töchter haben dich entnervt allein gelassen in deiner Kindergartenwut. Haben wir dann auch. Ich hätte dir gerne noch den Kopf gestreichelt und dir ein Butterbrot geschmiert. Du scheinst es nötig zu haben: Liebe.

Denn nur so kann man so Typen wie dir entgegen treten. Denn ernst nehmen kann ich dich nicht. Dafür benimmst du dich zu albern.

Vielleicht bist du Banker, Immobilienhai oder Finanzberater. Vielleicht Anwalt, Arzt oder sonst was mit viel Geld. Leider hast du eins noch nicht gelernt in deinem ganzen Leben, trotz Geld und Erfolg: Achtung und Respekt bekommt man nicht damit, dass man sich benimmt wie eine Amöbe auf Speed.

Komm mal klar. Oder um es in kindgerechter Sprache zu sagen: Chill mal. Mit einem Schritt zurück kommt man weiter im Leben. Und wird auch ernst genommen.

Einen schönen Gruß von den anderen Leuten, die das mitbekommen haben und sich köstlich über dich amüsiert haben. You made our day, Trotzköpfchen.

 

 

*aka Selbstbewusstsein

 

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Lieber Sternfahrer,

  1. Hallo,
    auch wenn ich dir inhaltlich zustimme und sehr gelacht habe (ähnliches hatte ich heute auch hier), nimmst du ihn ja trotzdem ernst, sonst wäre es sicher keine Blogeintrag wert.

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    1. Nur so hat er eine Chance, darüber nachzudenken, dass er was falsch macht und es Menschen gibt, die ihm das nicht durchgehen lassen. Wenn jeder immer nur schweigt, wenn ihm ein Arschloch begegnet und sich scheiße verhält, machen Arschlöcher damit immer weiter.

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