Weihnachten (noch 5 Tage)

Seit wir hier wohnen, haben wir einen Baum. Dass es vorher nicht so war, hatte praktische Gründe: niedrigere Decken, kleinere Räume.

Hier haben wir 2,60 Meter hohe Decken. Und Platz. Ok, vielleicht sollte das kein Grund sein, diesen Platz auch auszunutzen. Vielleicht lassen wir uns davon aber nicht abhalten.

Und so fuhren wir am Montag zum Weihnachtsbaum-Dealer unseres Vertrauens (der Toom-Markt in Friedberg hat mit Abstand die besten Bäume, einen deutschen Lieferanten und damit kürzere Wege und Lagerungen, bekommt regelmäßig Nachschub und ist auch noch freundlich) und standen vor quasi leeren „Regalen“. Denn es war fast alles weggekauft.

Kurze Erleichterung, als uns der Mitarbeiter sagte, dass am Freitag Nachschub käme und dann alles wieder voll wäre.

Wir schauten uns trotzdem um und entdeckten bei den etwas größeren Bäumen *hüstel* noch genau zwei. Zwei Bäume. Ich schnappte mir einen – und war verliebt.

Wir wünschen uns immer einen schmalen Baum. Also einen Baum, der unten nicht zu ausladend ist. Dazu gerne einen, der nicht diese klassischen Ast-Etagen hat, sondern gern ein bisschen wilder und dichter gewachsen ist. Lieber verzichte ich auf ein bisschen Baumschmuck, habe dafür aber einen dichten, grünen Baum, der das Wohnzimmer mit Tannenduft erfüllt.

Dieser Baum war genau so. Nun ja. Und zu teuer. 49,90 Euro stand dran und war damit deutlich oberhalb meiner selbstgesteckten Grenze.

Ein Mitarbeiter kam und fragte, ob wir den haben möchten und ich sagte ihm rundheraus, dass ich den schon gerne hätte, aber nicht zu dem Preis. Er antwortete, dass das eben die größten Bäume wären, die sie hätten und damit auch die teuersten.

Ich kann ja sehr nett lächeln. Besonders, wenn der Empfänger wirklich sehr freundlich ist, humorvoll zu sein scheint und auch noch kundenorientiert.

Ich lächelte also und sagte ihm, dass ich ihn für 40 mitnehmen würde. Woraufhin der Mann begann zu handeln. „Neenee, 35! Mehr nicht.“

Es entspann sich ein wildes Gefeilsche, bis der Mitarbeiter sagte: „Ok, 35. Weil Weihnachten ist und das einer der letzten hier. Und weil es sie so freut.“

Zack! Baum bekommen für 35 Euro, inklusive Stamm zurechtsägen und verschmälern, Spitze abschneiden (um ca. 30 Zentimeter…) und mit einem Lächeln. Alle happy und der Mitarbeiter erzählte uns noch, dass am Wochenende ca. 1200 Bäume verkauft wurden von drei Mitarbeitern, nächstes Wochenende wieder so würde und es ihm einfach Spaß machen würde, dort zu arbeiten.

Ich habe selten einen so freundlichen Mitarbeiter gesehen, der von der fairen Bezahlung erzählt hat, von seinen guten Kollegen, von der Atmosphäre und dem sein Job so viel Freude gemacht hat.

Nach so viel Lobhudelei möchte ich Euch aber nicht vorenthalten, dass der Baum nur mit umgelegter Rückbank und Beifahrersitz in den Kombi passte, jetzt auf dem Balkon im Wasser steht und auf seinen Einsatz wartet.

Wobei der Einsatz wohl zuerst darin bestehen wird, dass wir ihn noch ein bisschen kürzen müssen: er stößt nämlich so schon an die Decke…

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