Beruhigung.

Vielleicht muss ich mal was zum Status Quo schreiben:

Ultraschall schafft es nicht, mein Brustgewebe ausreichend beurteilen zu können. Ich leide unter Mastapathie und Mastodynie. Das bedeutet, dass ich „Konglomerate von Zysten“ habe, Fibroadenome, Knoten und weiß der Teufel, wie die Wucherungen noch alle heißen. Diese schwellen an, schmerzen zyklusabhängig manchmal sehr stark. So stark, dass jede Berührung weh tut. Wenn die Zysten sehr groß sind, kann man sie problemlos von außen fühlen.

Hinzu kommt, dass ich ein sehr dichtes Brustgewebe habe und nur relativ wenig Fettgewebe. Oder wie der Brustspezialist sagte: ich habe ein unruhiges Brustbild.

Daher wurde ich von meiner Gynäkologin zur Mammographie geschickt.

Bei der Mammographie vor einem halben Jahr wurden Mikrokalzifikationen festgestellt. Diese Verkalkungen kommen oft vor. Viele Frauen haben das. Mikrokalzifikationen können eine Vorstufe zum Brustkrebs sein. Sie können aber auch harmlos sein. Daher wurden sie als kontrollbedürftig, aber BI-RADS 3 eingestuft.

Bei der Kontrollmammographie vor zwei Wochen war man sich nicht sicher, in wie weit sich die Mikrokalzifikationen verändert haben. Der Bereich ist sehr klein. Die Ärztin sagte, der Raum wäre gleich geblieben, aber die Zahl der Mikrokalzifikationen wäre gestiegen. Darum wurde ein MRT angeordnet.

Das MRT zeigt keine Mikrokalzifikationen und ähnliches, sondern zeigt mit Hilfe des Kontrastmittels, ob bestimmte Bereiche „gut durchblutet“ sind, also ob sie versorgt werden. Bei harmlosen Veränderungen in der Brust passiert nicht viel. Bei suspekten Bereichen liegt eine „erhöhte Versorgung“ vor. Das kann wiederum auf das Entstehen eines Tumors hindeuten.

Bei mir wurde eine Mikrokalzifikation als suspekt (BI-RADS 4) eingestuft. Eine andere als harmlos (BI-RADS 3). Bei mir sind also zwei Punkte, die die Gynäkologen und Radiologen aufhorchen lassen: Mehr werdende Mikrokalzifikation und hohe Versorgung des Bereichs. Beides kann auf ein Entstehen eines Tumors hindeuten.

Da man weder bei der Mammographie, noch beim MRT bei mir beurteilen konnte, was die Ursache für die suspekte Kalzifikation ist und ob da was entsteht, muss eine Biopsie durchgeführt werden.

Im schlimmsten Fall stellt sich bei der Biopsie heraus, dass da was bösartiges entsteht oder entstehen kann. In diesem Fall würde ich operiert werden, der Bereich würde großzügig ausgeräumt und die Gefahrenstelle beseitigt. Gleichzeitig würde man in der linken Brust den kontrollbedürftigen Bereich mitentfernen. Danach werde ich häufiger zur Vorsorge gehen müssen, um die Stellen im Auge zu behalten.

Dank Vorsorge, dank frühzeitiger Erkennung der Gefahrenstelle, werde ich dort keinen Tumor bekommen.

Das ist beruhigend.

Was bleibt ist die Angst.

Die Angst, vor der Biopsie. Die Angst davor, dass man was findet, was nicht gutartig ist. Die Angst vor einer möglichen OP. Angst, dass ich eine von denen bin, die gefährdet sind. Die Angst bei jeder halbjährlichen Ultraschall- und Mammographieuntersuchung, dass sie doch was finden. Vielleicht woanders. Die Angst, dass es jetzt immer so weiter geht.

Nach meiner Hysterektomie wegen des Uterus myomatosus vor zwei Jahren, war ich die jahrelange Angst vor der Vorsorge los. Ich hatte nicht mehr die Angst im Nacken sitzen, dass man einen Tumor entdeckt.

Jetzt ist die Angst wieder da. Nur nach oben gerutscht. Wenn ein Mal was da war, bleibt der Gedanke im Hinterkopf, dass da immer was sein kann. Es bedeutet, dass es wieder zu meinem Alltag gehören wird, dass ich mir Gedanken um Krebs mache.

Ich sollte dankbar sein, dass die Vorsorge dazu geführt hat, dass ich diese Option habe und nicht in einem Jahr gesagt bekommen könnte, dass da ein Tumor sei und warum ich nicht früher zur Vorsorge gegangen wäre. Ich sollte dankbar sein.

Und ganz sicher bin ich das auch, wenn die Biopsie vorbei ist und ich für den Moment die Entwarnung bekomme.

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