Juchhuuu!

Juchhuuu

Ergebnis ist gutartig!

Danke Euch für Eure lieben Worte, das Lesen meines Geheules und meiner verbalisierten Ängste. Es hat mir so geholfen.

Ich bin gerade unendlich dankbar und erleichtert. Sechs Wochen Angst fallen gerade ab und lassen mich ganz leicht sein. Sechs Wochen mit Ärzten, Untersuchungen und Hoffen und Bangen sind vorbei und ich freu mich wie verrückt über mein so großes Glück!

Danke!

MRT gestützte Biopsie.

Rin inne Röhre, raus ausse Röhre, rin inne Röhre…

Zweite Biopsie habe ich geschafft. Dieses Mal MRT-gestützt. Nachdem man mir vier Mal versucht hat, einen Zugang im linken Arm zu legen für das Kontrastmittel, hat man die rechte Hand genommen. Danach wurde ich auf dem Bauch positioniert, so dass meine rechte Brust in eine Vorrichtung hineinhing.

Wieder wurde die Brust leicht eingeklemmt in eine Gittervorrichtung, damit sie fixiert ist. Mit den Armen nach vorne, eingeklemmt, wurde ich in die Röhre geschoben und ein normales MRT gemacht. Dann raus aus der Röhre. Nicht bewegen. Kontrastmittel wurde eingespritzt. Wieder rein in die Röhre. Wieder MRT. Raus aus der Röhre.

Dann wurde ich markiert, bzw. meine Brust. Wieder rein in die Röhre, gecheckt. Raus aus der Röhre, örtliche Betäubung wurde gegeben. Ein leichtes Brennen, nicht schlimm. Im Anschluss wurde direkt die Biopsie-Nadel platziert. Wieder rein in die Röhre, um im MRT den Sitz der Nadel zu kontrollieren.

Ich hatte Glück: sie saß an der richtigen Stelle. Ok, bei 2,5 cm auch nicht soooo schwierig. Also raus aus der Röhre und mit der Stanzung beginnen.

Die ganze Zeit durfte ich mich nicht bewegen, musste möglichst ruhig atmen (haha, enge Röhre, Platzangst, Nadeln, Biopsie, juchhe!) und bekam im MRT nicht nur diese unglaublich lauten Geräusche auf die Ohren, sondern auch noch den kalten Hauch der Radiologie. Also, so ein Mistgebläse, das mir eiskalte Luft auf den Schultern und den Nacken blies. Nach einer halben Stunde war ich dann auch derbe verkrampft.

Die Biopsie selber gab immer einen kleinen Schlag in der Brust, insgesamt vier Mal. Begleitet mit einem Klacken, wenn der Gewebezylinder ausgestanzt wurde Wie ich heute gesehen habe, nach dem Pflasterwechsel, gab es auch vier Einstichstellen, also Biopsiekanäle.

Da man wieder von rechts außen bis nach links innen musste, hat die Nadel wieder die ganze Brust durchquert. Nach der Entnahmen wurde mir noch ein Titan-Marker eingesetzt. Das ist ein kleines Plättchen, das den Bereich markiert, an dem die Proben entnommen wurde.

Dies ist notwendig, sollte man operieren, um die Stelle auch ohne MRT wiederzufinden. Zur Kontrolle der Einstichkanäle und der Platzierung des Plättchens, ging es dann nochmal ins MRT.

Ich hatte keine Schmerzen, es war etwas unangenehm, ein leichtes Ziehen. Aber nichts schlimmes. Einzig die Lagerung auf dem Bauch mit dem Druck auf dem Brustbein und die Unbeweglichkeit, haben mir leichte Schmerzen bereitet, weil die Muskeln verkrampften.

Leider hat es dieses Mal aber ordentlich geblutet, denn als ich aufstehen sollte, lief mir Blut und irgendein Gewebe-Glibber-Zeuchs die Brust runter und ich konnte sehen, dass in dem Brust-Behälter auch einiges drin war.

Den Tag habe ich dann auf der Couch verbracht.

Heute tut es immer noch weh. Wie ein starker Muskelkater, ein Ziehen und Berührungsempfindlichkeit. Ich habe einen dicken Bluterguss um die vier Einstichkanäle und zwei bluten immer noch ab und zu ganz leicht. Nicht viel! Ein Pflaster zum Auffangen reicht.

Da es heute auf ein Konzert geht, hab ich mich jetzt erstmal in einen Sport-BH gezwängt. Das stabilisiert hoffentlich ein bisschen. Denn wenn sie die Brust bewegt, tut es jedes Mal weh. Kein Wunder nach zwei Biopsien quer durch die Brust… Da drin ist wohl Hackfleisch. Und die Zysten wurden ja vielleicht auch durchstochen.

Bis Montag Abend bekomme ich Bescheid. Und dann geh ich feiern…

Ein Piep.

Erstmal das Gute: die Proben der Mikrokalzifikation, die am Montag entnommen wurden, waren gutartig. Und während ich mich kringelig freute, sprach die Radiologin leider mit einem „Aber…“ weiter.

Aber bedeutete, dass sie das Ergebnis mit in eine Ärztekonferenz am Donnerstag mitnahm, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Ärzte waren sich einige: es muss noch eine Biopsie gemacht werden. Dieses Mal im MRT.:

  1. Ich habe zwei Mikrokalzifikationen.
    Diese werden nur in der Mammographie angezeigt.
  2. Ich habe eine Kontrastmittelanreicherung.
    Diese ist natürlich nur im MRT zu sehen.
    Die Anreicherung ist ein Hinweis auf eine Veränderung in der Brust.
  3. Die Biopsie war mammographiegestützt, also man konnte damit nur die Mikrokalzifikationen ansteuern.
  4. Wäre die Kalzifikation bösartig gewesen, hätte man die Anreicherung ignoriert, weil man ja eh die Brust ausgeräumt hätte. Man wäre dann davon ausgegangen, dass die Kalzifikation die Anreicherung erklärt.
  5. Nach dem gutartigen Befund, müssen die Ärzte nun abklären, ob die Veränderung des Gewebes, die die Kontrastmittelanreicherung verursacht, auch gutartig ist oder vielleicht doch bösartig.
  6. Die neue Biopsie wird nun MRT-gestützt gemacht mit Gabe von Kontrastmitteln, um den Bereich genau lokalisieren und ansteuern zu können.
  7. Der Bereich ist 2,6 cm groß.

Noch eine Woche Kopfkino (die Brust muss erstmal abheilen von der ersten Biopsie), noch eine Woche Angst vor einer neuen Biopsie, noch eine Woche Angst vor dem Ergebnis.

Die Biopsie wird händisch durchgeführt, nicht computergesteuert. Die Ärztin wird mir im MRT Gewebeproben entnehmen.

Eigentlich haben wir Urlaub. Eigentlich hatte ich mich auf eineinhalb Wochen Entspannung von dem ganzen Stress gefreut. Auf Badeseen und Wanderungen, auf Sonnenbaden und Büchertürme.

Jetzt werde ich nach der ganzen Sache – hoffentlich mit Entwarnung – zurück an den Schreibtisch gehen und mich fragen, wann ich mir nochmal freinehmen kann.

 

 

Diazepam und ich.

Wir sind best Buddies. Jedenfalls waren wir das am Montag… Aber von vorne:

Um 12.45 Uhr sollte ich mich in der Radiologie einfinden, was ich auch tat. Mit einem Blutdruck, der jenseits von Gut und Böse war. Aufregung trotz einer Woche Baldrian-Kur  ;) Das Team im Krankenhaus war sensationell: die Radiologin, die Oberärztin der Gynäkologie und zwei MTAs (oder wie heißen die?) haben mir das Gefühl gegeben, sehr gut aufgehoben und zu sein.

Erster Schritt: Zugang legen.

Dann wurde eine Mammographie gemacht, um den zu bioposierenden Bereich genau zu definieren für die Lokalisierung. Ich bekam ja eine stereotaktische Vakuum-Saug-Biopsie, das heißt, die Entnahme war unter bildgebender Zielführung und Kontrolle, in meinem Fall mammographisch und computergesteuert.

Nach der Mammo durfte ich mich dann auf eine Liege legen. Auf die Seite. Der untere Arm mit dem Zugang lag auf einer tieferen Ablage, der obere Arm angewinkelt unter meinem Kopf. Dann bekam ich die erste Dosis über den Zugang vom guten Stoff: Diazepam. Binnen Sekunden bekam ich ein sehr leichtes Gefühl im Kopf. Und wurde ein bisschen ruhiger.

Liegend schob man mich zum Mammographiegerät und fixierte meine Brust. Es wird dabei nicht so stark eingespannt, wie bei der Mammographie. Dann wurden wieder Aufnahmen gemacht, um das Gerät auszurichten. Ich hatte Glück und alles war beim ersten Versuch perfekt. Das Gerät wurde eingestellt und meine Brust vor der Betäubungsspritze kurz betäubt mit Eisspray oder ähnlichem.

Die Spritze habe ich – entgegen der Voraussage der Ärztin – kaum gemerkt. Eigentlich sollte diese Brennen und einen Druckschmerz verursachen. Bei mir war nichts. Ok, Diazepam machte es vielleicht möglich.

Da ich immer noch sehr aufgeregt war, bekam ich noch den Rest des Diazepam und war dafür sehr dankbar. Den Schnitt in die Brust merkte ich dank örtlicher Betäubung nicht.

Tatsächlich zwickte die Biopsie ein bisschen. Ich möchte nicht sagen, dass es weh tat, sondern es war ein Pieksen, als ob man in der Brust gezwickt wird. So konnte ich alle Probeentnahmen mitzählen. Jedes Zwicken und Stechen war ein abgeschnippeltes Gewebewürmchen.

Es war also nicht so schlimm, wie ich mir in den letzten zwei Wochen ausgemalt habe, es war aber auch nicht so schmerzlos, wie erhofft. Die Schmerzen sind aber absolut gut auszuhalten – ach ja, Diazepam…

Die Wunde wurde mit zwei Klammerpflaster versorgt, danach wurden mir Kühlkissen zum Beschweren auf die Brust gelegt, um zu kühlen und die leichte Blutung zu stillen. Und dann kamen – leider – noch zwei Mammographieaufnahmen. Die Kompression brachte natürlich nochmal ein bisschen Nachblutung. Aber nicht viel.

Die ganze Zeit war das Team für mich da. Sie sprachen mit mir, haben mich abgelenkt und ernst genommen, mich beruhigt und getröstet, mir erklärt, was passiert. Ich hatte absolutes Vertrauen in alle Anwesenden.

Um 14 Uhr war ich wieder draußen. Alles zusammen, vom Zugang legen bis zur Mammographie am Schluss, dauerte es eine knappe Stunde. Und der beste Mann von allen brachte mich Vollberauschte nach Hause. Denn: Begleitung muss sein nach der Ruhigstellung.

Den Nachmittag verbrachte ich auf der Couch. Es tat danach etwas weh, was ich aber mit  Kühlkissen und Ibuprofen gut aushalten konnte. Und den Nachwirkungen von, jaja, Diazepam.

Ich schreibe das hier auf, weil ich weiß, dass viele vor einer Biopsie googeln. Und auch diese Horrorstorys lesen wie ich. Und ich möchte einfach aufschreiben, wie ich die Biopsie erlebt habe und sagen: in der Vorstellung ist es schlimmer, als in Wirklichkeit.

Es gibt schöneres, was man machen kann. Aber es ist nicht dramatisch! Die Angst davor ist schlimmer, als der minimalinvasive Eingriff selbst.

Jetzt heißt es warten auf das Ergebnis. Zwei bis drei Tage dauert es. Ich bekomme also heute oder morgen Bescheid.

Juni.

Nachdem wir unseren Wanderurlaub abgesagt haben, konzentriere ich mich jetzt auf die schönen Dinge, die wir im Juni vor uns haben. So langsam komme ich aus meinem Loch raus und beginne wieder mit zwischenmenschlicher Kommunikation :D

Ja, in knapp zwei Wochen bekomm ich zwar die Biopsie, aber davor und danach wird es großartige Dinge geben:

  • ein kleines Musikfest im Dorf
  • ein Geburtstagsbrunch in Stuttgart
  • eine Gartyparty am Rhein
  • ein Depeche Mode-Konzert
  • ein Pet Shop Boys-Konzert
  • ein Coldplay-Konzert
  • eine Jahresfeier in der Ebbelwoi-Wertschaft im Nachbardorf-Stadtteil

Ich finde, das sind Sache, auf die man sich viel mehr konzentrieren sollte, also auf dies blöde Biopsie :D Los geht’s!

Nein.

Nein,
es tut mir nicht leid, dass ich gerade schlecht drauf bin.

Nein,
es tut mir nicht leid, dass mein Themenspektrum gerade sehr fokussiert ist.

Nein,
es tut mir nicht leid, dass ich über meine Angst spreche.

Nein,
es tut mir nicht leid, dass ich meine Freunde um ein offenes Ohr bitte.

Nein,
es tut mir nicht leid, dass ich jetzt gerade mehr nehme, als geben kann.

Nein,
es tut mir nicht leid, dass ich weniger lachen kann.

Nein,
es tut mir nicht leid, dass dich das triggert.

Ich bin dankbar für die Menschen, die für mich da waren die letzten vier Wochen. Die mich angerufen, mir Nachrichten geschickt haben oder einfach nur vorbeigekommen sind. Ich bin deswegen dankbar, weil sie mir zeigen, dass man sich auch sehr nah sein kann, wenn man nicht beieinander wohnt. .