WMDEDGT

Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Nicht viel und nichts spannendes heute.

Die Nachtruhe wird unterbrochen um halb 5, weil die Katzen bitte jetzt sofort gefüttert werden wollen. Wir diskutieren ein bisschen, aber sie haben definitiv die besseren Argumente („Wenn du nicht fütterst, hören wir nicht auf zu nerven“). Noch mal ins Bett. Finden die Katzen auch gut und so wache ich dann um kurz vor 8 durch lautes Schnurren und verdammt wenig Platz im Bett auf. „Familienbett“ wäre nichts für mich, ich bin nicht stur genug beim Platzverteidigen gegen Kleingemüse mit Ausbreitungsdrang.

Nach dem aus dem Bett pellen erstmal Kaffee und Zeitung lesen: Wochenendroutine. Wir haben heute nicht so lange Zeit, um 10 Uhr kommt Schwiegermutter mit der Bahn.

Zum Glück hat sie Vernunft über Stolz gewinnen lassen und so steigt sie mit Rollator aus der S-Bahn und wir machen uns auf den Weg Richtung Einkaufsstraße unseres kleinen Städtchens. Da ist samstags Markt und sie hat noch einen Gutschein von uns einzulösen.

Um halb 12 kommen wir nach Schaufensterbummeln und Mikroshopping (ein bisschen Wurst) am Weinstand unseres Vertrauens an und treffen die üblichen Verdächtigen aka Freunde, um mit ihnen ein Gläschen Sekt zu trinken aufs Wochenende, das Leben, die Gesundheit und alles andere, was es zu feiern gäbe.

Noch eine Bratwurst hinterher und mit Schwiegermutter weiter, der es einfach zu langweilig wird, so bald sie eine halbe Stunde auf einem Fleck bleiben muss. Jetzt waren es sogar eineinhalb Stunden, wir düsen weiter und machen Halt im Teeladen, wo sie sich eine Single-Tee-Tasse mit Sieb aussucht.

Kuchen beim Bäcker und zurück nach Hause. Dank Schneckentempo waren wir dann fast vier Stunden unterwegs und essen zuhause noch das auf dem Markt gekaufte Matjesbrötchen, bevor wir uns über den Kuchen hermachen. Ja, meine Schwiegermutter ist mit einem gesunden Appetit gesegnet.

Um 17 Uhr bringt der Mann sie nach Hause, ich gehe mal kurz online und telefoniere dann länger als geplant mit meiner Mutter. Urlaubsplanungen („Kommst du?“ – „Weiß nicht.“) und technische Fragen („Passt das Fahrrad ins Auto?“) müssen geklärt werden. Der Mann kommt nach Hause und wir lassen den Nachmittag bei einem Kaltgetränk auf dem Balkon Revue passieren.

Dann nochmal Raubtierfütterung.

Um 20 Uhr geht es auf die Couch, die Katzen teilen voller Elan ihre Körperwärme und ihr Fell mit mir und wir beginnen mit Dexter auf Netflix. Mein Wunsch. Der Mann ist nur mittelbegeistert. Wir haben definitiv unterschiedliche Serien- und Filmgeschmäcker. Während ich mich über Fargo, Big Lebowski und eben Dexter köstlich amüsieren kann, trifft das Absurde und Skurrile in keiner Weise den Humor des Mannes. Was er aber mäßig geschickt überspielt und mir zuliebe mitguckt. Ist wohl Liebe.

Jetzt sitzen wir hier, 21.37 Uhr, ich schreibe diesen Post für Frau Brüllens „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ an jedem 5. eines Monats und halte damit einfach mal einen der umspektakulärsten Tage meines Lebens fest.

Muss auch mal sein.

 

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