WMDEDGT

Frau Brüllen fragt mal wieder am 5. des Monats: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ Und ich antworte mit diesem Blogpost.

Gegen 7 Uhr
Aufwachen mit Schmerzen in der Schulter. Wie wunderbar das doch sein kann – nicht. Vor zwei Wochen habe ich mir wohl eine Blockade in der ersten Rippe eingefangen, die sich auch hartnäckig hielt, bis ich sie mit Nordic Walking lösen konnte. Der Schmerz hallt aber noch ordentlich nach. Erstmal Kaffee und Timeline lesen.

Gegen 7.30 Uhr.
Telefonat mit dem Mann. Wir telefonieren ungefähr drei Mal am Tag, wenn einer oder beide von uns außer Haus ist. Seit 15 Jahren. Danach geht es ins Büro rüber.

Gegen 8 Uhr.
Ich habe die ersten Mails abgefrühstückt und fange den ersten Auftrag an. Das dauert ein bisschen und fordert mir meine ganze Motivation ab, weil es um Messestände geht und ich zwei Dinge wirklich hasse: Messestände und Beschriftungen.

Gegen 9 Uhr.
Ich frage mich beim Blick auf das Pillendöschen, warum der Mittwoch schon leer ist und wann zur Hölle ich heute die Blutdrucktabletten genommen habe. Es dauert fünf Minuten (so lange der zweite Kaffee braucht), bis ich merke, dass Donnerstag ist und ich meine Tabletten noch gar nicht genommen habe. Diese Feiertage bekommen mir nicht. Oder ich brauche noch zusätzlich andere Tabletten…

Gegen 10 Uhr.
Ich schicke das Layout an den Kunden. Zeit für Frühstück (ein Stück Hefezopf mit Salami, ja, genau, Salami auf süß) und einen dritten Kaffee. Zeit für ein paar Tweets und ein paar blöde Kommentare.

Gegen 10.30 Uhr.
Ich schaue eine Instagram-Story und möchte die Urheberin anrufen. In dem Moment kommt eine Nachricht von ihr – hell yeah! Gedankenübertragung? Ich rufe sie an. Wir quatschen zu lange und über den Job und das, was bei ihr so alles passiert ist und ich bereite dabei mein Mittagessen vor. Ich schnibble also Zwiebeln, Knoblauch, Hähnchen, würfle Süßkartoffeln und hole Erbsen aus dem Keller während sie ein Brot backt und wir darüber reden, dass wir unseren Job ja eigentlich sehr mögen, aber es auch Alternativen gäbe, die uns Spaß machen würden. Brot backen zum Beispiel.

Gegen 11.30 Uhr.
Ich hab das Essen fertig, aber noch keinen Hunger. Also setze ich mich lieber wieder an den Schreibtisch und bearbeite den nächsten Auftrag. Heute zieht es sich gewaltig.

Gegen 13 Uhr.
Kunde hat das überarbeitete Layout bekommen, anderer Kunde eine langsam drängende Mail, in der ich um Rückmeldung bitte. Seit vier Wochen warte ich auf Feedback, damit wir weitermachen können. Der Abgabetermin ist in zwei Wochen. Der Dienstleister für den einen Auftrag meldet sich endlich und entschuldigt sich für die falschen Maße, die er mir geschickt hat und auf die ich ebenfalls schon vier Wochen warte… Erstmal Mittag essen.

Gegen 13.30 Uhr.
Mittag gegessen (es gab ein Hühnchencurry Freestyle – also alles mögliche rein und möglichst scharf), dazu ein Yogitee. Mir fällt ein, dass heute WMDEDGT ist und fange den Blogpost an.

Gegen 14 Uhr.
Telefonat mit dem Mann. Wir planen, was wir alles machten, gewännten wir im Lotto. Und ich überlege, ob „gewännten“ wirklich ein korrekter Konjunktiv ist.

Gegen 14.30 Uhr.
Da ich irgendwie genervt bin, weil ich keine Rückmeldungen bekomme und meine Schulter weh tut und morgen Grünabfall ist, wird ein Gartenbeschluss gefasst. Ich ziehe mir die Schmuddelhose an und gehe nach draußen, um ein bisschen zu räumen.

Gegen 17 Uhr.
Zwoeinhalb Stunden später ist der riesige Haufen Astwerk zerkleinert und in Grünabfallsäcke verpackt. Ein paar Zweige sind gestutzt und der Rosmarin beschnitten. Alle Säcke sind an der Straße zur Abholung – zusammen mit den Unmengen anderem Grünabfall und -schnitt aus unserer Gartenanlage. Der Kompost ist leer und umgesetzt, weil wir die Hälfte unserer Gartens (ca. 120 qm) an Nachbarn abgegeben haben und der zweite Kompost noch auf der anderen Seite stand. Was jetzt nicht so dramatisch ist, aber ich möchte das jetzt alles mal fertig bekommen. Der Zaun zum anderen Nachbarn hat durch den Sturm und die umgelegten Bäume so stark gelitten, dass er wohl unrettbar kaputt ist. Mal schauen, was wir uns da einfallen lassen. Bei der Gartenarbeit führe ich zwei Telefonate mit Kunden und freu mich, dass mein Job mir sowas erlaubt. Ich geh rein und duschen. Der Wind war so kalt, dass ich merke, dass ich ordentlich durchgefroren bin. Trotz Fließpulli und Windbreaker.

Gegen 17.30 Uhr.
Der Mann kommt nach Hause und öffnet die Pakete, die gekommen sind. Eine Sporthose ist für mich dabei in – jaaaa – meiner Logofarbe :D Ein bisschen Branding in eigener Sache auch beim Yoga darf schon sein. Ich mach ein bisschen Haushalt, fütter die Katzen und verzieh ich – nach dem Mailchecken – auf die Couch.

Gegen 18 Uhr.
Der Mann bietet mir Rotwein an. Ich lehne ab und beschließe, mir gleich ein Bier statt dessen zu nehmen. Wein macht mir in letzter Zeit immer öfter Sodbrennen. Oder Kopfschmerzen. Und, nein, es liegt nicht an der Menge. Ich schreibe diesen Post weiter.

Gegen 18.15 Uhr.
Ich onlineshoppe. Ich hasse generell shoppen. Shoppen ist wie Folter. Enge Kabinen, blödes Licht, dicht gestellte Kleiderständer, warm, kalt, warm, kalt, man schwitzt, doofe Spiegel, vor der Kabine nerven die anderen Kunden oder die Verkäufer*innen. Zuhause kann ich wenigstens in Ruhe anprobieren und niemand fragt, mich „Uuuuund? Wie siehts aus? Passt es? Zeigen sie doch mal…“

Gegen 19 Uhr.
Ich gebe das Onlineshoppen auf, weil der Gutschein nur für den Mann gilt. Also übernimmt er meine Beachkleider in seinen Warenkorb per Eingabe aller Artikelnummern und bestellt für mich. Eigentlich bestellt er fast immer für mich die Klamotten. Weil siehe oben. Ich verlinke den Beitrag jetzt bei Frau Brüllen.

Gegen 20 Uhr.
Ich habe eine Wirbelblockade. In der Brustwirbelsäule. Es tut verdammt weh und ich habe gerade alle Übungen gemacht, die ich kenne, um die Blockade zu lösen. Ohne Erfolg. Dafür ist der Rest des Körpers jetzt yogisch relaxt. Warte ich eben die Nacht ab – zur Not muss ich zur Chiropraktikerin. Jetzt ess ich noch ein Salamibrot (jahaaa, wie heute morgen) und hau mich mit dem Mann auf die Couch zum Film gucken. Es gibt „Black Hat“. Die Katze hat sich zu mir gekuschelt unter die Decke und ich hoffe auf eine Blockadenlösung heute im Schlaf.

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